Reiten

Starke Konkurrenz für den Derby-Sieger in Hoppegarten

Maxim Pecheur will mit Windstoß den Großen Preis von Berlin.

Maxim Pecheur siegte auf Windstoß 2017 beim Deutschen Derby

Maxim Pecheur siegte auf Windstoß 2017 beim Deutschen Derby

Foto: nph / Tauchnitz / imago/Nordphoto

Berlin.  Der Zufall hat bei der Karriere von Jockey Maxim Pecheur schon zweimal mächtig nachgeholfen. Vor zehn Jahren hielt der Rennclub Saarbrücken im Hotel seiner Eltern eine Tagung ab. Pecheur hatte bis dahin mit Pferdesport nichts zu tun gehabt, doch er war klein und leicht – ideale Voraussetzungen, um als Reiter erfolgreich zu sein. Das war auch Werner Schmeer nicht entgangen, dem Vorsitzender des Rennclubs, der ihn deshalb zu einem Praktikum bei Christian von der Recke ermunterte, einem der erfolgreichsten Galopptrainer in Deutschland.

Im vergangenen Jahr war die Gunst erneut auf seiner Seite

Denn eigentlich sollte Adrie de Vries beim Deutschen Derby mit Windstoß antreten, der Stalljockey des Gestüt Röttgens von Champion-Trainer Markus Klug, der sich dann jedoch kurz vor dem Rennen verletzte. Ausländische Jockeys waren nicht verfügbar, sodass sich Klug für eine interne Lösung entschied. Maxim Pecheur, der ohnehin fast täglich mit Windstoß trainiert, bekam den Platz und sorgte mit seinem Sieg im wichtigsten Rennen des Jahres für die große Sensation. Denn ebenso wie er war sein Pferd ursprünglich nicht die erste Wahl.

Maxim Pecheur ist seitdem nur noch einmal mit Windstoß geritten

Doch nicht nur deshalb ist sein Start mit dem Erfolgspferd beim 128. Großen Preis von Berlin am Sonntag für ihn etwas ganz besonderes. „Hoppegarten ist eine aufstrebende Bahn und der Große Preis das wichtigste Rennen in Ostdeutschland“, meint Pecheur. Tatsächlich kann sich die Besetzung des mit 175.000 Euro dotierten Hauptrennens des zweitägigen Grand-Prix-Festivals (Sonnabend ab 11.30 Uhr, Sonntag ab 14 Uhr) sehen lassen.

Gemeldet sind unter anderem der Vorjahressieger und Galopper des Jahres Dschingis Secret, ebenfalls aus dem Stall von Markus Klug, sowie Sound Check, der im Juni in Hoppegarten bereits das Oleander-Rennen gewinnen konnte. Aus England kommt der vierjährige Hengst Best Solution aus dem Vollblutimperium von Scheich Mohammed Al Maktoum. Er hat gerade erst ein großes Rennen in Newmarket (Großbritannien) gewonnen und gilt auch in Berlin als heißer Anwärter auf den Sieg.

Doch auch Pecheur rechnet sich mit Windstoß einiges aus

Einen Pluspunkt hat der Jockey bereits ausgemacht, der angesichts der derzeitigen Temperaturen noch wichtig werden könnte: „Ihn stört das warme Wetter weniger als andere Pferde“, sagt er. Ein weiterer Trumpf ist der Reiter selbst. Zwar hat Maxim Pecheur trotz seines Derby-Sieges noch nicht das Renommee eines Adrien de Vries, eines Andrasch Starke oder eines Eduardo Pedroza. Doch er gilt schon seit Längerem als der kommende Star im Sattel.

Ein Grund, weshalb der gebürtige Pforzheimer bislang noch nicht in dem Maße wahrgenommen wird, ist sicher, dass er häufig auch bei kleineren Rennen in der Schweiz, Belgien oder Frankreich startet. Sein Vater ist Franzose und Pecheur wuchs unweit von Saarbrücken auf der französischen Seite der Grenze auf. Er hätte selbst auch einen französischen Pass haben können, doch das Original seiner Geburtsurkunde ging bei den Ämtern verloren, lediglich eine Kopie war noch vorhanden. Die wiederum akzeptieren die Behörden in Frankreich nicht, sodass Maxim Pecheur bei seinem deutschen Ausweis blieb. Noch so ein Zufall, der sein Leben geprägt hat.