Monaco

Bei Chepkoech läuft alles nach Plan

Die Kenianerin stellt in Monaco einen Weltrekord über 3000 Meter Hindernis auf

Monaco. Beatrice Chepkoech hatte einen Plan. Die Kenianerin wollte den Weltrekord über 3000 Meter Hindernis brechen. In dieser Saison. Am besten beim Diamond League Meeting in Monaco. Denn die 27-Jährige wusste, dort ist ihre Chance am größten. Wetter, Zuschauer, die ganze Umgebung – am französischen Mittelmeer hätte sie beste Voraussetzungen.

„Dieser Plan hat gut funktioniert“, sagte Chepkoech am Freitagabend recht bescheiden. Und wie er funktioniert hat. Mehr als acht Sekunden unterbot die Hindernisläuferin die bestehende Rekordmarke ihrer bahrainischen Kontrahentin und Rio-Olympiasiegerin Ruth Jebet. In 8:44,32 Minuten absolvierte Chepkoech die knapp siebenhalb Runden im Stade Louis II. von Monaco.

Als die US-Amerikanerin Courtney Frerichs nach 9:00,85 Minuten als Zweite die Ziellinie erreichte, hatte Chepkoech bei ihrem Tempo wahrscheinlich schon die ersten Sieger-Interviews gegeben. Sicherlich nicht ohne Stolz, ist sie doch nun die erste Kenianerin, die die Weltbestzeit über diese Distanz hält. „Es ist ein tolles Gefühl, dass ich den Weltrekord im Hindernislauf nach Kenia gebracht habe“, sagte Chepkoech.

Nicht ganz zwei Jahre konnte Konkurrentin Jebet ihre Bestmarke halten. Ende August 2016 war sie in Paris die neue Rekordzeit gelaufen. Nun ist die futsch. Nicht die erste schlechte Nachricht für die 21-Jährige dieser Tage. Aber wohl die, die sie am ehesten verschmerzen kann.

Die unabhängige Integritätskommission (AIU) des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF) hatte bereits am Freitagmittag mitgeteilt, dass Jebet zu einem Kreis von rund 100 Athleten zähle, die wegen möglicher Dopingvergehen gesperrt werden könnten. Das Vorgehen ist Teil einer Transparenzoffensive, mit der die AIU den Verlauf von Dopingsperren nachvollziehbar aufzeigen will, da bisher nur abgeschlossene Dopingfälle veröffentlicht wurden. „Transparenz und Integrität gehen Hand in Hand. Die unabhängige Integritätskommission glaubt, dass die Transparenzmaßnahmen dabei helfen werden, größeres öffentliches Vertrauen in die Integrität der Leichtathletik und in die Arbeit der AIU herstellen“, sagte der AIU-Vorsitzende David Howman.

Semenya verpasst über 800 Meter zweiten Weltrekord

Für Jebet bedeutet das nun erst einmal abwarten. Die Langstreckenläuferin wurde provisorisch suspendiert und musste zuschauen, wie beim Diamond-League-Meeting in Monaco andere Läufer über die 3000 Meter Hindernis glänzten. Neben Chepkoechs Weltrekord lief der Marokkaner Soufiane El Bakkali mit neuer persönlicher Bestzeit von 7:58,15 Minuten Weltjahresbestleistung. Wenig später sah es dann noch beinah so aus, als würde Caster Semenya über 800 Meter einen zweiten Weltrekord aufstellen. Die Weltmeisterin und Olympiasiegerin aus Südafrika dominierte das Feld von Beginn an, hatte auf der letzten Runde dann allerdings doch mit ihrem schnellen Anfangstempo zu kämpfen. Mit einer Zeit von 1:54,60 Minuten verpasste die 27-Jährige nur knapp ihren eigenen Afrikanischen Rekord (1:54,25) von vor drei Wochen, stellte dafür aber eine neue Meeting-Bestmarke auf. „Es war einfach fantastisch heute, nur die letzten 100 Meter waren ein bisschen viel für mich“, sagte die Südafrikanerin.