Berlin

Wasserballer blicken schon auf den Weltcup in Berlin

Berlin. Es gibt immer eine zweite Chance. Auch für die deutsche Wasserball-Nationalmannschaft. Zum Auftakt der Europameisterschaft in Barcelona unterlag das Team von Hagen Stamm am Montag gegen Italien rekordverdächtig mit 1:14 (0:2, 0:4, 0:2, 1:6). Allerdings denkt auch der Bundestrainer vor dem zweiten Vorrundenspiel an diesem Mittwoch gegen Georgien weniger an die Möglichkeit, noch die EM zu gewinnen. Ihm geht es um die Qualifikation für die WM 2019 in Südkorea.

Von vornherein war klar, dass es für die DSV-Auswahl in Barcelona schwer werden würde, eine Medaille und auf diese Weise eine Startberichtigung für Südkorea zu gewinnen. Italien und der letzte Gruppengegner Ungarn spielen momentan in einer anderen Liga Wasserball als Deutschland. Ein Sieg gegen Georgien vorausgesetzt, reicht zwar auch Rang drei in der Vorrunde fürs Play-off, doch dort wartet Griechenland oder Kroatien. Da träumen nur Schwärmer von einem Weiterkommen.

Deshalb sagt Stamm: „Fortuna war bei der Auslosung keine deutsche Wasserballerin.“ Im Spiel gegen Italien kam jedoch Unvermögen hinzu. „Ich will nicht falsch verstanden werden, Italien war besser“, widerspricht der Berliner, „aber die Niederlage fiel zu hoch aus. Das Ergebnis spiegelt nicht den Spielverlauf wider. Wir hatten sehr viel Pech im Abschluss.“ Ausgerechnet der EM-Novize Reiko Zech vom OSC Potsdam erzielte beim Stand von 0:14 den Ehrentreffer.

Das Viertelfinale ist mit solchen Vorstellungen natürlich unerreichbar. Auch wenn der Bundestrainer beharrt: „Wir sind auf dem Weg nach oben, die Jungs ziehen gut mit.“ Wenn es jetzt bei der EM nicht klappt, können sie das vielleicht besser zeigen beim World Cup vom 11. bis 16. September in Berlin. Dort geht es noch einmal um vier Tickets für Südkorea. „Wir sind glücklich, diese zweite und realistischere Quali-Möglichkeit zu haben“, sagt Stamm in Barcelona schon mal vorsorglich. Das ist dann aber auch die letzte.