Aachen

Deutsche Reiter im Eröffnungsspringen noch ohne Erfolg

Beim CHIO in Aachen siegt zum Auftakt der Franzose Billot

Aachen. Der erhoffte Heimsieg blieb für die deutschen Springreiter zum Auftakt des CHIO in Aachen aus, aber zumindest schürten die Gastgeber beim Eröffnungsspringen die Hoffnungen auf ein paar Erfolge. Als bester Deutscher blieb Michael Kölz (Leisnig) auf seinem Hengst Dipylon fehlerfrei und wurde Dritter. In 74,01 Sekunden war er aber deutlich langsamer als der französische Sieger Mathieu Billot auf Shiva d’Amaury (71,18 Sekunden). Eine überzeugende Leistung lieferte Guido Klatte junior (Klein Roscharden/78,41). Der deutsche Vizemeister landete auf seinem Wallach Qinghai ebenfalls ohne Fehler auf Rang fünf. Hans-Dieter Dreher (Eimeldingen/81,58) mit Embassy II war als Achter der dritte Deutsche in den Top 10.

Die Höhepunkte beim bis Sonntag dauernden „Weltfest des Pferdesports“ sind der Nationenpreis am Donnerstag sowie der Große Preis von Aachen am Sonntag. Dort baut Bundestrainer Otto Becker auf eine sehr junge Equipe – gezwungenermaßen, das deutsche Team steckt im Umbruch. So beendete der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum (Riesenbeck) seine Karriere in der Nationalmannschaft nach den Olympischen Spielen in Rio vor zwei Jahren. Die Top-Reiter Christian Ahlmann (Marl) und Daniel Deußer (Mechelen) dürfen nicht für Deutschland starten, da sie die Athleten- und Schiedsvereinbarungen des Deutsche Olympischen Sportbundes (DOSB) nicht unterschreiben.

358 Aktive aus 28 Nationen sind in der Soers am Start

Damit der Nachwuchs aufholt, kommen Großereignisse wie der CHIO gerade recht. In den vergangenen beiden Jahren gewann die deutsche Equipe den Nationenpreis unter Flutlicht, diesmal gab Becker das Ziel aus, „unter die ersten drei zu kommen“. Schließlich soll laut Becker auch bei den Weltreiterspielen in Tryon/North Carolina (11. bis 23. September) eine Mannschaftsmedaille her.

Noch bis Sonntag kämpfen 358 Aktive aus 28 Nationen in Aachen beim größten Reitturnier der Welt um ein Preisgeld von 2,7 Millionen Euro. Die deutschen Mannschaften werden angeführt von Olympiasiegern und Weltmeistern wie Isabell Werth (Dressur) und Michael Jung (Vielseitigkeit). Insgesamt werden rund 360.000 Zuschauer erwartet. ARD, ZDF und WDR übertragen mehr als 30 Stunden aus der Soers. Das Event wird in 140 Ländern ausgestrahlt.