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Trabrennfahrer Josef Franzl ist Favorit beim Buddenbrock

Mit der Stute Queen for a Day fuhr Franzl in München zwei Siege ein - der nächste soll in Mariendorf folgen.

Trabrennfahrer Josef Franzl

Trabrennfahrer Josef Franzl

Foto: Heiko Lingk

Berlin.  In Beziehungsratgebern kann man es immer wieder lesen: Wer sich rar macht, macht sich dadurch erst recht interessant. Es ist ein Leitsatz, den sich Trabrennfahrer Josef Franzl zu Herzen genommen hat. Starts am Fließband, wie sie die Konkurrenz häufig praktiziert, sind seine Sache nicht. Franzl setzt lieber auf Klasse statt Masse. „Ich reise meist nur mit wenigen Pferden an, aber dafür mit den Besten“, sagt er.

Erst 68 Fahrten in dieser Saison

Davon beendete er 21 als Sieger. Das ist eine ausgezeichnete Quote. Im laufenden Championat ist Franzl derzeit Vierter. Die drei Fahrer, die in der Wertung noch vor ihm liegen, haben allerdings alle mindestens doppelt so viele Rennen bewältigt, der Führende Michael Nimczyk sogar schon 260.

Auch beim Buddenbrock-Rennen am Sonntag (14 Uhr) auf der Trabrennbahn Mariendorf rechnet sich Franzl mit Queen for a Day wieder einiges aus. Die drei Jahre alte Stute fuhr zuletzt in München zwei imponierende Siege ein und gilt schon jetzt als heißer Tipp für das Stuten-Derby Anfang August.

Franzl gewann das Traber-Derby bereits

Mit einem Erfolg beim Buddenbrock-Rennen will Josef Franzl diese Position untermauern. Das Rennen ist eine der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres in Mariendorf. Die beiden Läufe für Hengste und Wallache beziehungsweise für Stuten sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert. Wichtiger als das Geld ist jedoch das gute Gefühl nach einem Sieg, gilt der Wettbewerb doch als absoluter Wahrsager. Wer das Buddenbrock-Rennen gewinnt, geht Ende des Monats auch als Favorit in die Derby-Woche.

Josef Franzl hat das Traber-Derby 2012 mit Dream Magic BE schon einmal gewonnen. Gelernt hatte der 46-Jährige einst bei Gerhard Biendl, mit fast 4500 Siegen immer noch einer der besten deutschen Fahrer aller Zeiten. Eine Zeit lang war er danach in den USA tätig und hat sich dort einiges abgeschaut. „Man kann überall etwas mitnehmen, auch wenn man es nicht immer eins zu eins umsetzen kann“, sagt er.

Eines hat Franzl aber nie verändert: Bis heute fährt er ausschließlich mit seinen eigenen Pferden. Und das ist ein weiterer Grund, weshalb er auf weniger Rennen kommt als seine größten Konkurrenten.