St. Petersburg

Forsberg beglückt Schweden

Der Leipziger trifft beim 1:0 im Achtelfinale gegen die spielerisch besseren Schweizer

St. Petersburg. Emil Forsberg wollte erst einmal für sich sein. Eine halbe Minute lang stand er nach dem Triumph, den er mit seinem Glückstreffer möglich gemacht hatte, allein auf dem Rasen. Um ihn herum saßen die Schweizer niedergeschlagen auf dem Boden, und an ihm vorbei hüpften seine glücklichen schwedischen Mitspieler. Forsberg genoss still: Das 1:0 (0:0) über einen viel höher eingeschätzten Gegner, den Einzug ins Viertelfinale – den Sieg einer unbeugsamen Mannschaft. „Das ist der größte Moment meines Lebens“, sagte der Angreifer von RB Leipzig.

„Ich fühle mich fantastisch, wir wussten vor dem Spiel, dass es hart wird“, sagte der schwedische Torhüter Robin Olsen. Forsberg, nach dem Rücktritt von Zlatan Ibrahimovic die offensive Säule der Nationalmannschaft, hatte bei seinem Siegtreffer Glück (66.). Torhüter Yann Sommer von Borussia Mönchengladbach war ohne Chance, weil Manuel Akanji von Borussia Dortmund den Ball unhaltbar abfälschte. Es sprach für die Schweden, dass sie nach dem ersten Jubel vor 64.042 Zuschauern in St. Petersburg fast geschlossen zum Unglücksraben gingen, um ihn zu trösten.

Für die Schweden, in der Weltrangliste als 24. deutlich hinter der Schweiz (6.) geführt, ist es der erste Einzug in die Runde der letzten Acht seit der WM 1994 in den USA. Damals war die Mannschaft sogar bis ins Halbfinale vorgedrungen, belegte nach einer Niederlage gegen Brasilien am Ende Rang drei durch ein 4:0 gegen Bulgarien. Der Schuss von Forsberg, der seine Zukunft in Leipzig trotz eines Vertrags bis 2022 nach dem Spiel infrage stellte, traf die Schweizer mit ihren elf Bundesliga-Profis im Kader ins Mark. „Heute hat die bessere Mannschaft verloren. Wir haben alles probiert, wir waren besser, stabiler in den Zweikämpfen. Aber ein Tor hat gefehlt“, behauptete der Ex-Hamburger Johan Djourou. Tatsächlich fielen die Schweizer vor allem durch ihre Einfallslosigkeit auf: Sie waren überlegen, kamen allerdings kaum zu Chancen.

Die Schweiz musste die letzten Sekunden in Unterzahl bestreiten, weil der künftige Gladbacher Michael Lang gegen Dirk Nowitzkis Schwager Martin Olsson die Notbremse gezogen hatte (90.+3). Die Eidgenossen vergaben ihre große Chance auf den ersten Einzug in die Runde der letzten Acht seit der WM 1954. „Wir waren vorn nicht so gefährlich, wie wir es uns vorgenommen hatten, aber manche Situationen müssen wir besser ausspielen“, sagte der Hoffenheimer Steven Zuber.