Radsport

DOSB-Stiftung spendet 10 000 Euro für verunglückte Vogel

Die Bahnradsportlerin verletzte sich bei einem Trainingsunfall schwer an der Wirbelsäule. Kollegen sind geschockt.

Für Kristina Vogel war es die zweite schwere Verletzung in ihrer Karriere

Für Kristina Vogel war es die zweite schwere Verletzung in ihrer Karriere

Foto: pa

Berlin. Tolle Geste! Die Stiftung Deutscher Sport des Deutschen Olympischen Sportbundes hat der schwer verunglückten Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel 10 000 Euro gespendet. Die Aktion zugunsten der Thüringer Bahnradsportlerin hat damit bislang mindestens 40 000 Euro eingebracht.

Ziel ist es, 50 000 Euro zu sammeln

"Wir sind überzeugt, dass wir im Team am stärksten sind", heißt es in den Leitmotiven zur Haltung von Team Deutschland. "Wir alle im Team D stehen in diesen schweren Tagen und Wochen gemeinsam hinter Kristina und wünschen ihr viel Kraft, um die Folgen dieses schweren Unfalls zu bewältigen", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. "Wir sind in Gedanken bei ihr und wollen mithelfen, dass sie die notwendigen Behandlungen und Rehabilitation in Anspruch nehmen kann."

Vogel hat eine Verletzung an der Wirbelsäule

Vogel hatte sich bei ihrem Trainingssturz am vergangenen Dienstag in Cottbus schwere Verletzungen an der Wirbelsäule zugezogen. Nach Schilderung des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) war die Erfurterin auf der Rennbahn in Cottbus mit einem Radsportler bei hohem Tempo zusammengestoßen. Danach stürzte sie auf die Betonbahn. Mit Brüchen sei die 27-Jährige zunächst in ein Cottbusser Krankenhaus gebracht worden, hieß es. Später wurde sie in ein Berliner Unfallkrankenhaus geflogen, wo die elfmalige Weltmeisterin laut ihrem Manager die ganze Nacht operiert werden sollte.

Weitere Operationen folgen

Zu ihrem Gesundheitszustand gibt es keine Neuigkeiten, weitere Operationen stehen der schwer an der Wirbelsäule verletzten Seriensiegerin wohl bevor. Die Familie steuere den Informationsfluss "und danach richten wir uns natürlich", sagte am Freitag ein Sprecher des Berliner Unfall-Krankenhauses Marzahn.

Rennen werden weiter gefahren

Drei Tage nach dem tragischen Unfall der Doppel-Olympiasiegerin Kristina Vogel werden auf der Betonpiste von Cottbus wieder Rennen gefahren. Auf den ersten Blick ist alles wie immer. Bahnfahrer aus 15 Nationen sind nach Cottbus gekommen, um beim 28. Großen Preis von Deutschland die beste Sprinterin und den besten Sprinter zu ermitteln.

Viele Sportler, Trainer und Betreuer tragen neongelbe Armbinden, T-Shirts oder Kappen, auf denen der Hashtag #staystrongkristina zu sehen ist. Das Chemnitzer Team Erdgas.2012, für das Vogel seit 2013 fährt, hat sie über Nacht anfertigen lassen und verteilt. Die Nachfrage ist viel größer als der Vorrat.

"Es war, als wäre Kristina bei mir gewesen"

Wenn Maximilian Levy, der als einer der ersten am Unfallort war, über den schweren Unfall spricht, stockt ihm die Stimme und die Augen werden feucht. "Als ich hier heute ankam, standen mir Tränen in den Augen", sagte Levy, der am Unfalltag 31 Jahre alt wurde. Eine Absage sei indes keine Option gewesen. "Es ist ein Stück Verarbeitung - gezwungenermaßen", sagte der Cottbuser.

Er fährt die 200 Meter in 9,700 Sekunden - Bahnrekord und persönliche Bestleistung auf Meereshöhe. "Es zeigt, was der Kopf möglich machen kann. Und es war, als wäre Kristina bei mir gewesen", sagte Levy. Der Bahnrad-Sprinter rief die Fahrer zudem dazu auf, sämtliches Preisgeld für Vogel zu spenden.

Teamkollegin Welte ist geschockt

Freunde und Kollegen bangen um die Bahnrad-Olympiasiegerin. "Geschockt und fassungslos", reagierte Vogels langjährige Teamkollegin Miriam Welte. Sie sei "in Gedanken bei ihr" und hoffe, dass alles gut verlaufe, sagte die Olympiasiegerin aus Kaiserslautern. "Wir müssen abwarten, was passiert", sagte Welte.

Lehren aus dem Unfall ziehen

Bundestrainer Detlef Uibel appellierte in der Mannschaftsleitersitzung vor dem Rennen an seine Trainerkollegen. "Wir müssen diesen Unfall auch als Weckruf für uns als Trainer sehen. Ich möchte dies nicht als Vorwurf verstanden wissen, aber wir haben Verantwortung für die Sportler", sagte der Coach sichtlich bewegt. "Wir müssen daraus Lehren für die Zukunft ziehen."