Tennis

Altmaier ist einer wie Stan Wawrinka

Der Berliner Tennisspieler Daniel Altmaier von LTTC Rot-Weiß will einmal ein Grand-Slam-Turnier gewinnen.

Tennisspieler Daniel Altmaier wechselte 2016 aus Mönchengladbach  nach Berlin zum LTTC Rot-Weiß

Tennisspieler Daniel Altmaier wechselte 2016 aus Mönchengladbach nach Berlin zum LTTC Rot-Weiß

Foto: Reto Klar

Berlin.  Roger Federer wusste gleich, an wen ihn der junge Gast aus Berlin erinnert. Als Daniel Altmaier vom LTTC Rot-Weiß Anfang des Jahres mit dem Grand-Slam-Rekordchampion trainierte, merkte der Schweizer irgendwann an, Altmaier würde so spielen wie sein Landsmann Stan Wawrinka. Tatsächlich ist Wawrinka, der frühere Sieger der Australian Open, French Open und US Open, das große Vorbild von Daniel Altmaier. „Unsere Spielweise ist sich sehr ähnlich“, sagt der 19-Jährige. Zwar war Wawrinka, der zum Start des prestigeträchtigsten Tennisturniers in Wimbledon am Montag auf den Bulgaren Grigor Dimitrow trifft, zuletzt länger verletzt, aber „wenn er in Form ist, dann zählt er für mich zu den besten Tennisspielern der Welt“, sagt Altmaier.

Gesundheitliche Probleme stoppten ihn

Er selbst hatte im Winter ebenfalls gesundheitliche Probleme mit einer schweren Bauchmuskelzerrung, weshalb er in der Weltrangliste momentan nur noch auf Rang 351 zu finden ist. Rudolf Molleker, ebenfalls von Rot-Weiß, ist dort als 284. derzeit der bestplatzierte Berliner. Vor einem Jahr stand Altmaier allerdings schon einmal auf Platz 210, nachdem er bei seiner ATP-Premiere in Antalya als Qualifikant auf Anhieb das Viertelfinale erreicht und dabei gleich zwei Spieler aus der damaligen Top 100 geschlagen hatte. Es war bislang sein größter internationaler Erfolg. „In den nächsten drei Jahren will ich selbst in den Top 100 stehen“, sagt er. Sein großes Ziel ist es, einmal ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Die nächsten Starts sind aber erst einmal beim ATP-Challenger in Braunschweig und danach bei den German Open am Hamburger Rothenbaum. Mitte Juli beginnt für Rot-Weiß dann die Saison in der zweiten Bundesliga.

Steiniger Weg in die Spitze

Selbst erfolgreiche Jugendspieler hängen teilweise jahrelang auf der ITF Future Tour fest, der niedrigsten Kategorie im Profibereich. Zumindest finanziell muss sich Daniel Altmaier keine Sorgen mehr machen. Als erster Nachwuchssportler in Deutschland wurde er im Herbst 2017 für ein Sky Sports Scholarship ausgewählt, mit dem der Fernsehsender junge Athleten fördern will. Er setzte sich gegen zahlreiche Bewerber aus anderen Sportarten durch.

Erst ein Jahr zuvor war Altmaier aus Mönchengladbach nach Berlin gewechselt, wo er jetzt von Coach Markus Hornig betreut wird. Ebenfalls 2016 hatte er auf der Anlage von Rot-Weiß die Allianz Kundler German Juniors gewonnen, eines der wichtigsten Nachwuchsturniere der Welt. Insgesamt spielte Altmaier jedoch nur wenige Jugendturniere – stattdessen suchte er frühzeitig den Vergleich mit den Männern, um noch besser zu werden. Schon als 15-Jähriger feierte er seine Bundesligapremiere. Beim Verband kam Altmaiers Entscheidung, keine Jugendturniere zu spielen, nicht immer gut an. Doch der Teenager geht seinen eigenen Weg.

Beim Training mit Federer hat er Eindruck hinterlassen

Er gehört zu den wenigen jungen Spielern, die die Rückhand einhändig spielen, und das schon seit seinem elften Lebensjahr. Anfangs fehlte ihm dafür noch die Kraft, doch mittlerweile ist diese Variante ein echter Trumpf, weil er dadurch viel variabler ist. Aggressiv, initiativ und voller Risiko – so beschreibt Daniel Altmaier sein Spiel. „Ich glaube, dass das für die Zuschauer sehr interessant ist“, sagt er.

Seine Spielweise ist dabei eher untypisch: „Viele Tennisspieler achten heutzutage vor allem auf ihre Fitness, damit sie auch eine mehrstündige Partie gut durchstehen. Es geht doch oft nur noch um Fehlervermeidung und weniger um die Frage, wie sie eigentlich selbst den Punkt machen wollen.“ Doch den Mutigen gehört die Welt, weshalb sich Daniel Altmaier selbst gegen einen 20-fachen Grand-Slam-Gewinner wie Roger Federer nicht nur auf die Rolle des Sparringspartners beschränkte. „Ich wollte ihm nicht einfach nur die Bälle zurückschlagen, sondern auch selbst etwas lernen“, sagt er. Mit dieser Einstellung hat er bei der Schweizer Tennislegende Eindruck hinterlassen.

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