Kasan

Griezmann gegen Messi – es kann nur einen geben

Frankreich fordert heute im Achtelfinale Argentinien heraus

Kasan. Lionel Messi wirkte etwas verloren. Am freien Nachmittag begrüßten die argentinischen Teamkollegen ihre Frauen und Freundinnen im WM-Quartier – nur Antonela Roccuzzo fehlte. Die Gattin des Superstars fliegt erst zum Achtelfinale an diesem ­Sonnabend in Kasan gegen Frankreich ein (16 Uhr, ARD). Es könnte der Abschied ihres Mannes von der WM-Bühne sein.

Der Vizeweltmeister trifft im ersten K.o.-Spiel auf einen der Titelfavoriten – und Messi (31) auf seinen Wunschspieler, mit dem er gern beim FC Barcelona gezaubert hätte: auf EM-Torschützenkönig Antoine Griezmann (27). Beide stehen im Fokus. Nicht nur, weil ihre Tore das Duell entscheiden könnten. Sondern auch, weil sie bislang weit hinter den ­Erwartungen zurückgeblieben sind.

„Ich werde in der K.o.-Runde mein Niveau erreichen“, kündigte Griezmann an, der vor dem WM-Start einen Wechsel zum Messi-Klub ausgeschlagen hatte und bei Atlético Madrid bleibt. „Das war bei der EM genauso. Da bin ich auch erst im Achtelfinale in Schwung gekommen.“ Griezmann, der 2016 auf dem Weg ins EM-Finale fünf seiner sechs Tore in den K.o.-Partien erzielte, wirkt in Russland müde. Kein Wunder, nach bisher 63 ­Saison-Pflichtspielen. Auch wenn die Kritik in der Heimat laut geworden ist, intern genießt der Stürmer großes Vertrauen. „Lasst meinen Grizou in Ruhe!“, forderte Mittelfeldstar Paul Pogba die Journalisten auf: „Habt ihr die EM vergessen?“ Verteidiger Lucas Hernandez sagte: „Ihr dürft nie an einem der besten Spieler der Welt zweifeln. Er wird alle zum Schweigen bringen.“

Griezmann hat in Russland einen Elfmeter verwandelt. Auch für Messi steht nach zwei WM-Wochen erst ein Tor in der Bilanz, wenn auch ein sehr wichtiges beim 2:1-Zittersieg gegen Nigeria. „Es wird schwierig“, sagte Messi. „Frankreich hat Weltklasse-Spieler in Tor, Abwehr, Mittelfeld und Sturm.“

Und sie haben etwas, das den Argentiniern fehlt: Jugend. Acht von zehn Feldspielern sind jünger als 30, der 180-Millionen-Youngster Kylian Mbappé ist mit 19 der jüngste Spieler der K.o.-Runde. Messi ist in die Jahre gekommen – und mit ihm die ganze Mannschaft, in der nur zwei Spieler der ersten Elf die 30 noch nicht erreicht haben.