WM 2018

Nicht alle Portugiesen feiern: Torjubel sorgt für Verwirrung

Alle jubeln, einer schaut zu: Bei der WM feiern mehrere Teams ihre Tore ungewöhnlich. Grund ist eine Regel, die es gar nicht gibt.

Joao Moutinho durfte gegen Marokko nicht mit seinen Teamkollegen jubeln.

Joao Moutinho durfte gegen Marokko nicht mit seinen Teamkollegen jubeln.

Foto: Screenshot/ARD

Moskau/Essen. Cristiano Ronaldo läuft in die Flanke von rechts rein. Sein Kopfball fliegt unhaltbar in die Maschen des marokkanischen Tors. Sein vierter Treffer in diesem Turnier. Er sprintet mit ausgebreiteten Armen zur linken Eckfahne und feiert sein Tor mit der bekannten Pose. Ein Sprung in die Luft mit Drehung und breitbeiniger Landung. „Siiiiiu“ ruft dann das ganze Stadion. Das ist seine Show. Und die darf er alleine moderieren. Erst danach kommen seine Mannschaftskollegen dazu. Aber nicht alle.

Als Joao Moutinho als letzter Feldspieler auf die Jubeltraube zuläuft, bleibt er vor der Seitenauslinie plötzlich stehen. Sein Mitspieler hatten ihm signalisiert, dass er nicht mitjubeln darf. Er klatscht seinen Mitspielern nur zu. Erst als die wieder aufs Feld kommen, kann er sich mit ihnen freuen. Aber warum machen die das?

Auch die Engländer und Australier machen mit

Der Europameister ist hier einem Irrtum aufgesessen – und nicht nur die Portugiesen. Die Engländer jubelten ähnlich gegen Tunesien (2:1) und auch die Australier feierten ihren Treffer gegen Frankreich (1:2) nur zu zehnt außerhalb des Platzes. Auf Twitter wird der Jubel mit einer Regel begründet, die es gar nicht gibt. Dort heißt es, es müsste sich nach einem Tor immer mindestens ein Spieler in der gegnerischen Hälfte befinden, damit der Schiedsrichter die Partie nicht wieder anpfeifen kann.

Cristiano Ronaldo in Zahlen
Cristiano Ronaldo in Zahlen

Verteidiger Fonte erklärt die Zurückhaltung

Und auch Verteidiger Jose Fonte sagte nach dem Spiel der ARD: „Ich habe gehört, dass es da eine Regel gibt, dass man das Spiel wieder anstoßen könnte, wenn alle das Spielfeld verlassen.“ Die Portugiesen waren also einfach nur sehr vorsichtig. „Wir wollten einfach sicherstelle, dass uns nichts Seltsames passiert.“

Doch in den offiziellen Fifa-Regeln heißt es nur: „Alle Spieler, mit Ausnahme des Spielers, der den Anstoße ausführt, befinden sich in der eigenen Spielfeldhälfte.“ Dazu kommt die Tatsache, dass in der eigenen Hälfte in dem Falle eines „schnellen Anstoßes“ nicht die erforderlichen sieben Feldspieler auf dem Platz stehen. Sogar die Regelhüter des International Football Association Board hielten es für nötig, der DPA eine Stellungnahme zu geben und nannten diese „Regel“ eine „erfundene Story“.