Washington Capitals gewinnen erstmals den Stanley Cup

Owetschkin wertvollster Spieler, Grubauer vor dem Abschied

Der Champagner lief in Strömen, auch Bier wurde selbstverständlich reichlich in der Kabine verspritzt – mittendrin im Gemisch aus Alkohol und Glückseligkeit der völlig entrückte Superstar Alexander Owetschkin mit dem Heiligen Gral des Eishockeys. Den Stanley Cup, sein größtes Karriereziel, hat der russische Kapitän der Washington Capitals endlich gewonnen. Beseelt grölte er mit seinen Teamkollegen um den deutschen Torhüter Philipp Grubauer den Evergreen „We are the champions“. Für die Capitals war es der erste NHL-Triumph überhaupt.

„Es bedeutet mir sehr viel“, sagte Owetschkin nach dem entscheidenden vierten Sieg in der NHL-Finalserie gegen den famosen Liganeuling Golden Knights aus Las Vegas. Ungläubig griff sich der 32-Jährige nach der mit einem 4:3 vollendeten Mission an den Kopf, bevor er immer wieder die Augen schloss und im jubelnden Pulk der „Caps“ seine Freude hinausbrüllte. „Jeder hat gedacht, wir werden dieses Jahr versagen, aber wir haben es gepackt“, sagte Owetschkin über sein Team, das diese Saison als Außenseiter gegolten hatte.

Aber nicht nur für Owetschkin, sondern auch für den Rosenheimer Grubauer ging mit dem Sprung auf den Eishockey-Thron der nordamerikanischen Profiliga ein Traum in Erfüllung. „Unbeschreiblich. Dafür gibt es keine Worte“, sagte der 26-Jährige. Als viertem deutschen NHL-Profi nach Uwe Krupp (1996, 2002), Dennis Seidenberg (2011) und Tom Kühnhackl (2016, 2017) gelang Grubauer der größtmögliche Erfolg, mit dem er sich wohl aus Washington verabschiedet. Im Moment gelten die Carolina Hurricanes und New York Islanders als mögliche neue Arbeitgeber.

Der Rosenheimer war bei den „Caps“ vor allem gegen Ende der Hauptrunde herausragend, als sein Konkurrent Braden Holtby schwächelte und seine Stammposition an den Deutschen abgeben musste. Nachdem Washington jedoch die ersten beiden Play-off-Spiele mit Grubauer im Tor verloren hatte, eroberte sich Holtby den Platz zurück.

Im Mittelpunkt der Jubelnacht in der Glücksspielmetropole stand aber Owetschkin. Der Russe erhielt nicht nur als Erster den riesigen silbernen Pokal, sondern wurde zugleich zum wertvollsten Spieler des Play-off gekürt.