Wasserball

Der Streit im Wasserball-Finale wird immer heftiger

Waspo-Chef wirft Bundestrainer Stamm Charakterschwäche vor.

Die Wasserfreunde brauchen noch einen Sieg für den Titel

Die Wasserfreunde brauchen noch einen Sieg für den Titel

Foto: pa

Berlin.  Bisher war es noch eher zum Schmunzeln, was sich die Protagonisten am Beckenrand leisteten beim Finale um die deutsche Wasserball-Meisterschaft zwischen Titelverteidiger Spandau 04 und Pokalsieger Waspo Hannover. Ein Küsschen verteilender Berliner Trainer Petar Kovacevic, sein vor dem Schiedsrichter in die Knie gehender Kollege Karsten Seehafer – ein bisschen gaga, aber nicht schlimm. Nach dem 8:6-Sieg der Spandauer am Mittwoch jedoch fuhr Hannovers Präsident Bernd Seidensticker schweres Geschütz auf: „Ich glaube, Hagen Stamm ist schädlich für den deutschen Wasserball. Er ist charakterlich nicht geeignet, Bundestrainer zu sein.“

Der Geschäftsführer eines Bestattungsunternehmens behauptet, von Stamm werde eine Hetzkampagne gegen seine Spieler Aleksandar Radovic und Darko Brguljan betrieben. „Er sagt, sie würden nur schlagen“, behauptet Seidensticker. So sei zu erklären, dass im letzten Viertel des Spiels am Mittwoch von den Schiedsrichtern vier Mal auf Stürmer-Foul gegen Hannover entschieden worden sei. „Ich wünsche mir nur, dass normal gepfiffen wird“, sagte er.

„Ich gebe keinen Kommentar zu Äußerungen von Herrn Seidensticker“, antwortete Wasserfreunde-Manager Peter Röhle knapp, „was der sagt, ist nicht relevant.“ Der attackierte Hagen Stamm selbst, derzeit in Personalunion Bundestrainer und Spandauer Präsident, entgegnete zum Vorwurf der Hetzkampagne: „Es ist nicht wahr, was er sagt. Die beiden sind sehr gute Spieler. Ich möchte aber tatsächlich nicht, dass beim Wasserball geschlagen wird. Und das haben beide beim Spiel in Hannover getan, man konnte es ja im Video sehen.“

Es ist also noch mehr Zündstoff im Duell als vorher schon. Beim Finalstand von 2:2 muss nun am Sonnabend (18 Uhr) im Stadionbad Hannover die Entscheidung fallen. „Dann werden wir eben zu Hause Meister“, sagte Seidensticker, „die Gerechtigkeit wird einziehen und wir beenden die Saison mit einem Sieg.“ Marko Stamm, Sohn von Hagen und neben Torwart Laszlo Baksa herausragend im vierten Endspiel, wies die Vorwürfe zurück: „Das sind Sticheleien von Proleten.“ Hannover reagiere immer nervös, wenn seine Goalgetter Radovic und Brguljan nicht träfen. „Aber wenn sie sich aufs Meckern konzentrieren, bin ich auch zufrieden, dann sehen sie nicht die Fehler, die sie machen.“ Eine weitere Spitze kann er sich nicht verkneifen: „In Hannover deutscher Meister werden, das können wir.“ Schon vergangene Saison fiel die Entscheidung an der Leine. Für Spandau.

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