Formel E

Abt gewinnt Formel-E-Rennen in Berlin

Er setzte sich auf dem Tempelhofer Feld vor Titelverteidiger Lucas di Grassi durch.

Daniel Abt freut sich über den Sieg

Daniel Abt freut sich über den Sieg

Foto: pa

Berlin. Daniel Abt hatte seinen Boliden noch gar nicht abgestellt, da wurden bei Audi bereits die Bierdosen in die Box geschleppt. Palettenweise. Es gab schließlich einiges zu feiern. Abt gewann das Formel-E-Rennen auf dem Tempelhofer Feld, es war der erste deutsche Heimsieg in der Elektrorennserie. Dahinter komplettierte Lucas di Grassi (Brasilien) als Zweiter den ersten Doppelsieg für den Audi-Rennstall.

Zum vierten Mal war die Formel E in Berlin zu Gast. Als einzige Station war die Hauptstadt in jeder Saison im Rennkalender gewesen, doch bisher hatte ein einheimischer Fahrer dort noch nie gewonnen. Allerdings kommen Siege vor heimischem Publikum in der Formel E offenbar gerade in Mode: Nur drei Wochen nach dem Sieg von Jean-Eric Vergne in Paris gelang selbiges nun Daniel Abt, der den Renntag dominierte. Bereits in der Qualifikation war er der Beste, zudem gelang ihm die schnellste Runde des Tages. „Dieser Erfolg bedeutet mir sehr viel. Ich werde diesen Tag nie vergessen“, sagte der 25-Jährige. Für den Mann aus Kempten war es der zweite Saisonsieg. In der Gesamtwertung verbesserte er sich auf Rang vier. Spitzenreiter bleibt Vergne vom Techeetah-Team, der in Berlin Dritter wurde und seinen Vorsprung auf Sam Bird (Großbritannien/DS Virgin) ausbaute.

Von der Poleposition aus war Daniel Abt ins Rennen gegangen, sein Teamkollege di Grassi nur von Position fünf. Doch der amtierende Weltmeister hatte es angekündigt: „Das Rennen ist lang. Ich denke, wir werden uns noch treffen.“ Er behielt Recht. Nach zwölf von 45 Runden lagen die beiden Audi in Front, wobei Abt zunächst noch einen komfortablen Vorsprung hatte.

Als die Fahrer aber bei der Hälfte des Rennens den Wagen wechselten, weil die Batterien bislang nicht für die komplette Renndistanz reichen, war dieser jedoch dahin: Weil gerade ein anderes Auto vorbeifuhr, musste Abt länger als geplant in der Box bleiben, um keinen Unfall zu riskieren. Lucas di Grassi nutzte die Gelegenheit, um zum Teamkollegen aufzuschließen. Vorbei an Abt kam der Brasilianer allerdings nicht mehr. „Ich hatte Probleme mit der Steuerung und habe nur versucht, das Rennen zu beenden“, erklärte er. Die anderen deutschen Fahrer Maro Engel (Venturi), André Lotterer (Techeetah) und Nick Heidfeld (Mahindra) belegten die Plätze acht bis zehn.