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Sound Check soll in Hoppegarten den Ton angeben

Deutschlands bester Jockey Starke hofft auf lukrativen Sieg am Pfingstsonntag.

Am Sonntag geht es in Hoppegarten um 100.000 Euro Preisgeld

Am Sonntag geht es in Hoppegarten um 100.000 Euro Preisgeld

Foto: galoppfoto.de / BM

Berlin.  Wo er ist, ist vorn. Über 2400 Rennen hat Andrasch Starke gewonnen und ist damit der erfolgreichste deutsche Jockey. Sieben Mal siegte er beim Galopp-Derby, war acht Mal deutscher Meister und gewann mit der Wunderstute Danedream in Ascot (Großbritannien) sowie beim Prix de l’Arc de Triomphe in Paris, dem wichtigsten auf Rasen gelaufenen Galopprennen der Welt. Selbst im pferdesportverrückten Japan ist man mittlerweile auf ihn aufmerksam geworden: Im vergangenen Winter verbrachte er bereits das fünfte Jahr in Folge einige Zeit in Fernost.

„Das war wieder ein super Erlebnis. Der Rennsport genießt dort einen ganz anderen Stellenwert als bei uns“, berichtet der 44-Jährige. Ohne seine Erfolge in Deutschland wären solche Ausflüge allerdings nicht möglich gewesen. Und den ersten großen Erfolg gab es für ihn einst in Hoppegarten.

Vor 16 Jahren gewann Andrasch Starke vor den Toren der Hauptstadt erstmals ein Gruppe-Rennen. „Das war im Sommer 1992 mit Irish Stew, ein wunderbares Pferd“, sagt er. Seitdem hat Hoppegarten einen festen Platz in seinem Herzen. Am Pfingstsonntag (14 Uhr) kehrt er wieder auf die Rennbahn zurück. Dann steht mit dem Oleander-Rennen über die lange Distanz von 3200 Metern das erste von fünf Gruppe-Rennen der Berliner Saison auf dem Programm.

Rennbahnchef freut sich über gute Entwicklung des Sports

Starke zählt mit Sound Check zu den Favoriten, nachdem er im April bereits die Generalprobe beim Altano-Rennen in Hoppegarten für sich entschied. Dort konnte er die Konkurrenten Adler, Moonshiner, Oriental Khan, Berghain, Khan und Summershine, die auch dieses Mal wieder am Start sind, allesamt hinter sich lassen.

Das Oleander-Rennen ist das längste Rennen der Saison und dauert rund dreieinhalb Minuten. Als Hoppegarten es vor sechs Jahren aus Baden-Baden übernommen hatte, interessierte sich kaum noch jemand für Steherwettbewerbe, doch mittlerweile ist die Resonanz wieder beachtlich. „Es hat sich sehr erfreulich entwickelt“, sagt Rennbahnchef Gerhard Schöningh. In diesem Jahr wurde das Preisgeld noch einmal aufgestockt auf jetzt 100.000 Euro; zudem erhält der Sieger erneut eine kostenfreie Einladung mit Flügen für Pferd und Team zum mit 400.000 Dollar dotierten Belmont Gold Cup in New York. Im vergangenen Jahr hatte es diese Kooperation zum ersten Mal gegeben. Damals hatte Red Cardinal – zu der Zeit trainiert vom Deutschen Andreas Wöhler – erst in Hoppegarten und anschließend auch in den USA triumphiert.

Gut möglich, dass sich die Geschichte wiederholt und dieses Mal Andrasch Starke der transatlantische Doppelsieg gelingt. „Ich fühle mich fitter denn je“, sagt er. Der Erfolgsjockey aus der Lüneburger Heide ruht sich nicht auf seinen Meriten aus, sondern arbeitet nach wie vor hart an seiner Leistung. „Ich werde immer an meinem letzten Ritt gemessen, deshalb muss ich in jedem Rennen alles geben“, sagte er.

Diese Professionalität legte Andrasch Starke jedoch nicht immer an den Tag. Als junger Reiter galt er als schwierig. Die Abschlussprüfung zum Pferdewirt mit Schwerpunkt Rennreiten schaffte er erst im zweiten Anlauf, anschließend verzichtete Trainer Bruno Schütz wegen „Unpünktlichkeit und mangelnder Arbeitsauffassung“ zunächst auf seine Dienste. 2001 wurde er nach einem positiven Test auf Kokain zudem weltweit für ein halbes Jahr gesperrt. Doch diese Geschichten sind längst vergessen. Ganz anders als sein erster großer Sieg in Hoppegarten, an den er sich bis heute gern zurückerinnert.