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Dachte sich Schalke die Meyer-Verletzung nur aus?

Max Meyer, der den Klub verlässt, durfte gegen Gladbach nicht spielen. Angeblich weil er verletzt ist, er behauptet das Gegenteil.

Max Meyer musste die Partie gegen Gladbach von der Tribüne aus beobachten

Max Meyer musste die Partie gegen Gladbach von der Tribüne aus beobachten

Foto: pa

Gelsenkirchen. Nach der Partie gegen Borussia Mönchengladbach war die Verwirrung um Max Meyer komplett. Der 22 Jahre alte Nationalspieler des FC Schalke 04 widersprach nach dem 1:1 am Samstag kurz und knapp der Darstellung seines Clubs. "Was soll ich sagen. Ich war nicht verletzt", sagte Meyer, der auf dem offiziellen Aufstellungsbogen wegen einer Fußverletzung als Ausfall geführt worden war.

Das Tuch zwischen dem U21-Europameister und dem Revierclub scheint endgültig zerschnitten. Am Donnerstag war bestätigt worden, dass Meyer den Bundesligisten zum Saisonende ablösefrei verlässt. "Er hat am Mittwoch das Training wegen einer Fußverletzung abgebrochen. Jetzt scheint es ihm besser zu gehen, aber er hat zwei Tage nicht trainiert. Das ist Fakt», sagte Schalkes Trainer Domenico Tedesco. «Deswegen war er nicht im Kader."

Kaum anzunehmen, dass das Schalker Eigengewächs, das mehrfach Angebote zur Vertragsverlängerung abgelehnt hatte, in den abschließenden beiden Saisonspielen in Augsburg und gegen Eintracht Frankfurt noch einmal zum Einsatz kommt.

Tedesco als Dauer-Lösung

Vom Novizen zur Dauerlösung - Domenico Tedesco soll bei Schalke eine erfolgreiche Ära wie einst Huub Stevens prägen. Der Revierclub und der Traineraufsteiger betonten nach dem Kraftakt beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach, dass sie ihre erfolgreiche Zusammenarbeit über die ursprünglich fixierte Vertragsdauer hinaus fortsetzen wollen. "Domenico und ich sind uns zu 100 Prozent darüber einig, dass der Vertrag von ihm 2019 nicht enden wird", sagte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel.

Der Manager betonte, dass der gemeinsame Weg unabhängig von der noch nicht ganz sicheren Champions-League-Qualifikation weitergehen soll. "Die Verlängerung wird kommen ohne jeglichen Bezug dazu, was Schalke in dieser Saison erreichen wird. Wie lange, das werden wir bekannt geben, wenn es soweit ist." Nach der Spielzeit werde man sich zusammensetzen und die Details besprechen. Dem Vernehmen nach soll der neue Vertrag eine erheblich Aufbesserung des Salärs mit sich bringen.

Tedesco schob das Thema zwar noch beiseite, hat sich mündlich mit Heidel aber schon geeinigt. «Grundsätzlich fühle ich mich pudelwohl hier und es ist einen Ehre für mich, für den Club zu arbeiten», sagte der 32-Jährige. "Wir haben kurz darüber gesprochen. Es war einfach nur ein Signal. Ich habe ihm ein Signal zurückgegeben. Dafür braucht man keine zwei Minuten."

Noch aber habe man andere Themen, "die wichtiger sind", meinte der im Sommer überraschend verpflichtete Tedesco, der zuvor den Zweitligsten Erzgebirge Aue vor dem Absturz in die 3. Liga gerettet hatte. In seiner ersten Saison führt er den taumelnden Revierclub mit Akribie und Sachverstand gleich zurück in die nationale Spitze und ins Pokal-Halbfinale.

Fans stehen hinter ihrem Trainer

Bei den Fans genießt er insbesondere nach den beiden Revierderbys gegen den BVB, als das Team in Dortmund nach einem 0:4 zur Pause noch ein 4:4 erreichte und den Rivalen im Rückspiel auf Schalke 2:0 bezwang, bereits Kultstatus. "Wir können froh sein, wenn wir mit diesem Trainer weitermachen können", schwärmte Kapitän Ralf Fährmann am Samstag.

Zur sicheren Rückkehr in die Königsklasse nach vier Jahren benötigt Schalke in den beiden ausstehenden Saisonspielen in Augsburg und gegen Frankfurt nur noch einen Punkt. Um so wichtiger war das Remis im turbulenten Westduell mit der Borussia, die nach der Roten Karte für Schalkes Nabil Bentaleb (13. Minute) fast 80 Minuten in Überzahl agierte. "Das Unentschieden fühlt sich an wie ein Sieg", konstatierte Heidel nach den Toren von Raffael (32.) und Daniel Caligiuri (45.+3/Handelfmeter).

Der im Sommer zum FC Bayern München wechselnde Leon Goretzka ist sicher, dass sein jetziges Team sich den "Traum von der Champions League" erfüllt. "Wir haben so viel gearbeitet, das werden wir uns nicht mehr nehmen lassen."