Tischtennis

Legende Jörgen Persson traut Deutschland den WM-Titel zu

Tatsächlich ist Deutschland an Nummer eins gesetzt. Zudem offenbarte Dauerweltmeister China Schwächen.

Jörgen Persson spielte bis 2013

Jörgen Persson spielte bis 2013

Foto: Eibner-Pressefoto / picture alliance / Eibner-Presse

Halmstad/Essen.  Jörgen Persson ist in diesen Tagen schwer zu erreichen. Der 52-jährige Tischtennis-Weltmeister von 1991 ist Botschafter der Team-WM, die am Sonntag in Halmstad beginnt, seiner Heimat an der schwedischen Westküste. In Schweden ist Persson ein Star, eine Legende seines Sports. Darum ist er momentan Dauergast in TV-Sendungen.

„Die Leute erinnern sich noch an unsere große Zeit“, sagt Persson am Telefon. Obwohl er frühmorgens etwas verschlafen klingt, wird schnell klar: Dieser Mann wird nie müde, über Tischtennis zu reden. Er hat viel zu erzählen, war Weltmeister und Europameister im Einzel. Vier Mal gewann er mit Schweden – neben Jan-Ove Waldner, Mikael Appelgren, Erik Lindh und Peter Karlsson – die Team-WM. 1993 gelang es sogar zu Hause in Göteborg. „Das war speziell. Aber worauf uns immer alle ansprechen, ist der WM-Titel 1989 in Dortmund. Da haben wir die chinesische Mauer durchbrochen“, sagt Persson in fließendem Deutsch. Die Sprache hat er nicht verlernt. Viele Jahre hat er in der Bundesliga gespielt, zwei davon sogar bei Hertha 06 in Berlin.

Dauerweltmeister China offenbart Schwächen

Alter schützt vor Weltklasse nicht. Dies gilt für Persson ebenso wie für Timo Boll, den Star im deutschen Team, der kurz vor seinem 37. Geburtstag im März noch einmal an der Spitze der Weltrangliste stand. „Timo hat erneut die richtige Motivation gefunden, er spielt noch besser und hat sichtlich Spaß“, sagt Persson, der selbst 2008 mit 42 Jahren Olympia-Vierter in Peking wurde. Die Stärke von Boll und seinem Kollegen Dimitrij Ovtcharov – Nummer drei der Welt – bedeutet für Persson: „Deutschland kann in Schweden das schaffen, was wir damals in Deutschland geschafft haben. Es ist möglich, dass sie Weltmeister werden.“

Tatsächlich ist Deutschland an Nummer eins gesetzt. Zudem offenbarte Dauerweltmeister China Schwächen. Boll und Ovtcharov feierten beide Siege gegen dessen Topstars. „Die Chinesen sind ein bisschen unsicher“, sagt Persson. Sein Tipp: „Die Deutschen müssen an den Sieg glauben – so wie wir damals. Sie dürfen nicht schon damit zufrieden sein, nur im Finale gegen China zu stehen.“

Doch Boll weiß auch: „Wenn wir über das ganz große Ding sprechen, brauchen wir einen Ovtcharov in 100-prozentiger Form, einen Boll in 100-prozentiger Form und alle anderen in 100-prozentiger Form.“ Sorgen macht vor allem Ovtcharov, der nach einer Verletzung am Oberschenkelhals wenig spielen konnte. Sollte es mit dem WM-Sieg klappen, wäre das nicht nur der erste Team-Titel für Deutschland, er würde auch die Serie Chinas brechen. 2000 haben sie zuletzt ein Finale verloren. Der Sieger hieß damals: Schweden.