Football

Rebellen auf Titelmission

Das Berliner Footballteam liebäugelt mit dem Erreichen des Meisterschaftsfinals.

Kampf ums Ei: Am Sonntag starten die Berlin Rebels in die Saison

Kampf ums Ei: Am Sonntag starten die Berlin Rebels in die Saison

Foto: Fotostand / Bansemer / picture alliance / Fotostand

Berlin.  Aller guten Dinge sind drei. Zweimal waren die Berlin Rebels zuletzt im Viertelfinale der German Football League (GFL) an den Schwäbisch Hall Unicorns gescheitert, dem Meister des vergangenen Jahres, beide Male nur äußerst knapp. In dieser Saison soll nun endlich der Sprung ins Halbfinale gelingen. „Das ist mindestens unser Ziel“, sagt Cheftrainer Kim Kuci. Ein wenig liebäugeln die Rebels sogar mit einem Finale in der eigenen Stadt. Der German Bowl im Oktober, das Endspiel um die deutsche Football-Meisterschaft, wird seit 2012 in Berlin ausgetragen, doch noch nie konnte sich ein Berliner Team dafür qualifizieren. Diesen Fluch wollen die Rebels beenden. „Das ist unser großer Traum“, sagt Kuci.

Nach dem Abstieg der Berlin Adler sind die Rebels nunmehr der einzige Berliner Klub in der Bundesliga. Zum Saisonstart am Sonntag trifft die Mannschaft zu Hause auf die Hamburg Huskies (15 Uhr, Mommsenstadion). Die Rebels gehen als Favorit in die Partie, daran ändert auch die verkürzte Vorbereitung nichts. Ganz bewusst sind die Charlottenburger in diesem Jahr rund sechs Wochen später als sonst ins Training eingestiegen, statt wie bisher im Januar dieses Mal erst Ende Februar. „Wir hatten das Gefühl, dass uns in den letzten Jahren am Ende immer ein wenig die Luft ausgegangen ist“, erklärt Cheftrainer Kuci.

Spielführer Terrell Robinson bleibt

Der spätere Trainingsbeginn war aber nur möglich, weil das Team größtenteils zusammenblieb. „Somit mussten wir nicht wieder ganz von vorn anfangen, sondern konnten gleich an die vergangene Saison anknüpfen.“ Besonders wichtig: Spielführer Terrell Robinson unterschrieb für ein weiteres Jahr in Berlin. Der Quarterback war der Wunschkandidat von Kim Kuci gewesen. Einziger namhafter Abgang ist Larry McCoy, der zuletzt hauptverantwortlich für das starke Laufspiel der Rebels gewesen war. Die Berliner wussten, dass er nur schwer zu ersetzen sein würde und haben es deshalb erst gar nicht versucht. Anstatt einen neuen Runningback aus den USA zu verpflichten, holten sie für diese Position mit Sean Richard einen Niederländer; dafür wurde mit Hayden Daniels ein Amerikaner als Wide Receiver und Tight End, also als Passempfänger, verpflichtet. „In der Summe können wir auf diese Weise sogar mehr Punkte produzieren. Dadurch sind wir in der Offensive noch variabler“, sagt Kuci.

Hayden Daniels ist der Bruder des früheren NFL-Profi Owen Daniels, der in der National Football League (NFL) auf der gleichen Position spielte und 2016 mit den Denver Broncos den Super Bowl gewinnen konnte. „Er steht seinem Bruder in kaum etwas nach. Hayden ist ein sehr intelligenter Spieler, der uns noch viel Freude bereiten wird“, sagt Kim Kuci.

Das einzige Testspiel hat sein Team gewonnen – 23:13 gegen Ingolstadt, immerhin auch ein Viertelfinalist des Vorjahres. „Wir sind auf einem guten Weg“, so der Coach. „Wir sind in dieser Saison eine Mannschaft, mit der man rechnen muss.“