Nachwuchssportler des Monats

Sophie Dornbach und ihre Liebe zur Schwerelosigkeit

Warum Sprünge für die Berliner Eiskunstläuferin das Beste sind und ob die olympischen Winterspiele ein Ziel sind.

Sophie Dornbach beherrscht auch die künstlerische Note auf dem Eis.

Sophie Dornbach beherrscht auch die künstlerische Note auf dem Eis.

Foto: Tilo Wiedensohler / camera4

Berlin.  Sie war einer der Höhepunkte der Olympischen Spiele von Pyeongchang: die Goldkür von Aljona Savchenko und Bruno Massot im Paarlauf. Auch die Berliner Eiskunstläuferin Sophie Dornbach hat sie sich angeschaut und war begeistert. Plötzlich gab es in der Schule kein anderes Thema mehr, sprachen Lehrer und Mitschüler über nichts anderes mehr als über Eiskunstlauf.

Möglicherweise hat das ein bisschen geholfen bei ihrer Wahl zu Berlins Nachwuchssportlerin des Monats März. Doch Sophie Dornbach hat auch ihre eigene Geschichte geschrieben. All die Jahre war sie Nachrückerin für die deutschen Meisterschaften gewesen. In dieser Saison schaffte der Schützling von Trainerin Silke Heritz erstmals die Qualifikation und gewann bei den Titelkämpfen in Chemnitz prompt die Silbermedaille.

Schon mit zweieinhalb Jahren in Schlittschuhe geschlüpft

Sie sei in vielen Situationen ein eher unsicherer Mensch, beschreibt sich die 15-Jährige. Doch dieses Mal sei sie sich ihrer Stärke ganz sicher gewesen. „Ich habe zu mir und meiner Trainerin gesagt: Ich kann das“, erzählt sie. Mit diesem Selbstvertrauen will sie in dieser Woche auch beim Deutschlandpokal in Dortmund wieder aufs Podium laufen. Der Wettkampf gilt als eine Art zweite deutsche Meisterschaft.

Zum Eiskunstlauf kam Sophie Dornbach mit zweieinhalb Jahren. Das ist selbst in dieser Sportart, in der viele sehr zeitig beginnen, außerordentlich früh. Ihr Vater und ihre ältere Schwester waren ebenfalls Eiskunstläufer gewesen. Sie schaute beim Training zu und fand Gefallen an dem eisigen Sport, bis sie eines Tages selbst in die Schlittschuhe schlüpfte. Bald zeigte sich, dass sie Talent hat. Eine gute Sprungkraft besaß die Sportlerin vom SCC Berlin immer schon – eine Gabe, die sie von ihrer Mutter geerbt hat, die früher eine gute Leichtathletin gewesen war.

Im Herbst steigt sie in die Juniorenklasse auf

Dagegen tat sie sich mit dem künstlerischen Ausdruck zunächst schwer. „Ich musste viel Kritik einstecken, wenn ich Arme und Beine mal wieder nicht richtig ausgestreckt hatte“, erzählt sie. Sophie Dornbach nahm sich das zu Herzen und hat die anfängliche Schwäche mittlerweile zu einer ihrer größten Stärken gemacht. Ihr Motto lautet: „Wenn du keine Lust hast, immer wieder von vorn anzufangen, gib niemals auf.“

Am meisten gefallen ihr aber die Sprünge. „Da ist dieser kurze Moment, in dem man sich fast schwerelos fühlt“, sagt sie. „Wenn man einen schweren Sprung gestanden hat, ist das ein tolles Gefühl.“ Für diese Leichtigkeit braucht es hartes Training. An sechs Tagen in der Woche steht die Neuntklässlerin des Schul- und Leistungssportzentrums Berlin auf dem Eis des Sportforums Hohenschönhausen. Im Herbst steigt sie in die Juniorenklasse auf. Weiter voraus denkt sie nicht, auch Olympische Spiele sind bislang ein ferner Traum. „Ich will nicht den zweiten Schritt vor dem ersten gehen“, sagt sie. Ihr Weg führt auch so steil nach oben.

Jeden zweiten Dienstag im Monat stellen wir Berlins Nachwuchssportler des Monats vor. Alles zur Wahl und Stimmabgabe unter www.morgenpost.de/nachwuchssportler

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