Kranjska Gora

Hirscher wird mit siebtem Sieg im Gesamtweltcup zur Legende

Kranjska Gora. Marcel Hirscher fühlte sich im weichen Frühlingsschnee von Kranjska Gora „um 300 Kilo leichter“. Siebter Triumph im Gesamtweltcup, dazu nach dem Gewinn der Riesenslalom-Wertung auch der Sieg im Slalom-Weltcup - das Kristall-Triple hatte der Österreicher geschafft. „Es ist so surreal“, sagte der Jahrhundertskifahrer, als er sich erhoben und die Huldigungen der Konkurrenten entgegengenommen hatte. Surreal - aber wahr!

Mit seinen Saisonsiegen Nummer elf und zwölf hat sich Hirscher in Slowenien beim ersten Weltcup nach Olympia zum jeweils fünften Mal die kleine Kristallkugel in Riesenslalom und Slalom gesichert. Der siebte Gesamtsieg in Serie - und damit einer mehr als die legendäre Annemarie Moser-Pröll (Österreich) - kam für den Doppel-Olympiasieger als Bonus oben drauf. „Es ist nicht zu packen. Es ist so schräg, ich kann es nicht glauben“, sagte Hirscher in jedes Mikrofon, das ihm ins Gesicht gehalten wurde.

Mehr Kristallkugeln (17) als er gewannen im Ski-Weltcup nur Ingemar Stenmark (Schweden/18) und Lindsey Vonn (USA/20). Dazu die zwölf Saisonsiege, nur einer weniger als die Rekordhalter Stenmark und Hermann Maier (Österreich), das sei angesichts der Probleme in der Vorbereitung mit dem Knöchelbruch „echt unglaublich“, sagte der 29-Jährige: „Von Gedanken ans Karriereende zur besten Saison - unfassbar! Ich check’ es nicht, dass das geht.“

Und wie es ging! Im Slalom am Sonntag setzte sich Hirscher auf brechender Piste mit 1,22 Sekunden Vorsprung auf Henrik Kristoffersen durch. Tags zuvor war er im Riesenslalom bei schwierigen, weil wechselnden Verhältnissen gar 1,66 Sekunden schneller als der zweitplatzierte Norweger. „Die Zukunft gehört ihm, er macht es einem so schwer“, sagte Hirscher über seinen 23 Jahre alten Konkurrenten. Dritter wurde Ramon Zenhäusern. „Er ist eine lebende Legende“, sagte der Schweizer Olympia-Zweite über Hirscher. „Mit ihm auf dem Podest zu stehen ehrt mich brutal.“

289 Punkte liegt Hirscher im Gesamtweltcup vor Kristoffersen - das kann der Kontrahent in den beiden Torläufen beim Weltcup-Finale (ab 14. März) in Are (Schweden) nicht mehr aufholen. „Der Stress ist weg“, sagte Hirscher grinsend, „ich freue mich auf eine Woche Urlaub in Are.“

Fritz Dopfer war in Kranjska Gora als 13. bester Deutscher im Riesenslalom, im Slalom war dies Sebastian Holzmann (Oberstdorf), der als Elfter sein bestes Weltcup-Ergebnis erzielte.