Birmingham

Viel Glanz unter dem Hallendach

Deutsche Leichtathleten überzeugen in Birmingham mit drei WM-Medaillen. Fokus liegt aber auf EM in Berlin

Birmingham. Silber für Routinier David Storl, Bronze für Nachrückerin Sosthene Moguenara und Aufsteiger Mateusz Przybylko: Die deutschen Leichtathleten sammelten bei der Hallen-WM in Birmingham Erfahrung und Medaillen. Vor der Freiluft-Saison mit dem Höhepunkt der Heim-EM in Berlin (7. bis 12. August) muss den Athleten nicht bange sein.

Konkrete Rückschlüsse für die Europameisterschaften sind ohnehin äußerst schwierig. „In Berlin haben wir ein anderes Teilnehmerfeld. Im europäischen Kontext sehen wir als DLV jetzt schon sehr, sehr gut aus“, sagte Idriss Gonschinska, Leitender Direktor Sport des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV). Viel wichtiger - und das auch schon mit Blick auf den Saison-Höhepunkt: „Viele unserer Leistungsträger sind wieder gesund.“

Allen voran David Storl. Der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister war wieder bei einem Höhepunkt topfit. Der Neustart nach seinem Trainerwechsel gelang. 21,44 Meter bedeuteten Saisonbestleistung am Saisonhöhepunkt. Etwas, das in den vergangenen beiden schwierigen Jahren bei Olympia in Rio und der WM in London nicht klappte.

„Das war ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte Storl, bei dem unter Coach Wilko Schaa die Zuversicht wieder zurückgekehrt ist. Und der Erfolg. Es war bereits die 13. Medaille für Storl bei internationalen Großereignissen. Nun soll es im Sommer wieder Richtung 22 Meter gehen - und in Berlin Edelmetall Nummer 14 folgen.

Bronze gab es am Sonntag für Moguenara, dabei war die 28-Jährige zunächst eigentlich gar nicht nominiert gewesen. Doch sie gewann die World Indoor Tour und startete mit einer Wildcard des Weltverbands IAAF - es wurde schließlich Platz drei mit Saisonbestleistung von 6,85 Metern. Ihr bester Sprung bisher. Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) wurde mit 6,64 Metern zudem Fünfte. „Das ist ein unheimlich schönes Gefühl. Hundertprozentig kann ich das noch gar nicht realisieren. Das wird noch ein oder zwei Tage dauern. Ich bin einfach glücklich“, sagte Moguenara: „Das ist genau das, was ich mir so lange gewünscht habe.“ Edelmetall verdient gehabt hätten aber auch Mehrkämpfer Kai Kazmirek und Hürden-Europameisterin Cindy Roleder. Kazmirek lieferte mit 6238 Punkten eine persönliche Bestleistung und den insgesamt drittbesten Siebenkampf eines Deutschen überhaupt ab. Nach der ersten Enttäuschung nahm er dennoch „Motivation“ für den Sommer mit. Rang fünf wurde es für Roleder. Der 28-Jährigen fehlten nach ihrer langen Verletzungspause drei Hundertstelsekunden zu Bronze. Auch Stabhochspringer Raphael Holzdeppe musste ohne Medaille abreisen. Der 28-Jährige wurde in einem hochklassig besetzten Feld um Hallenweltrekordhalter Renaud Lavillenie Fünfter. Übersprungene 5,80 Meter reichten Holzdeppe nicht für eine Medaille. Über eine solche hatte sich jedoch schon am Donnerstag Hochspringer Mateusz Przybylko mit 2,29 Meter gefreut. Zuletzt hatte 1989 Dietmar Mögenburg eine deutsche Hochsprungmedaille in diesem Wettbewerb gewonnen. Eine Überraschung gelang der polnischen Sprintstaffel über 4x400 Meter, die vor den US-Amerikanern die Gold holten und mit 3:01,77 Minuten einen neuen Hallen-Weltrekord aufstellten.