Fußball

Warum Jungen Fußball spielen dürfen und Mädchen nicht

Als gäbe es keine #MeToo-Debatte: Fußballverband sorgt mit Entscheidung für Protest im Internet.

Fans des SV Lichtenberg 47 (Archivbild)

Fans des SV Lichtenberg 47 (Archivbild)

Foto: City-Press / picture alliance / City-Press Gb

Die Entscheidung des Berliner Fußball-Verbandes (BFV), sämtliche Pflichtspiele im Frauen- und Mädchenbereich am Wochenende wegen der Witterungsbedingungen abzusagen, ist auf heftige Kritik gestoßen. Die entsprechende Mitteilung auf der Facebook-Seite des BFV löste Proteste aus, da die Spiele im Männerbereich – inklusive der Freizeitligen – wie angesetzt stattfinden sollen. In den Kommentaren wird fehlende Transparenz bei der Entscheidungsfindung bemängelt, einige Nutzer eröffneten mit ihren Vorwürfen einer vorsätzlichen Ungleichbehandlung sogar eine #MeToo-Diskussion.

So schrieb Bora Türkücü im Internet: „Für diese äußerst fragwürdige Entscheidung würde ich gern eine Begründung haben. Überall kleben Plakate, die Mädchen zum Fußballspielen animieren sollen. Aber damit, lieber Fußballverband, ist es nicht getan. Ich frage mich ernsthaft, wie ein Vater seiner Tochter erklären soll, dass ihr Spiel ausfällt, während ihr Bruder auf demselben Platz spielt.“

Die Verantwortlichen beim BFV reagierten überrascht auf die Reaktionen. „Das Gesundheitsrisiko ist zu hoch“, lautet die Begründung für die Absage bei den Damen. Entgegen einiger Kommentare im Internet hatte die Entscheidung eine Frau getroffen: Nadine Fröhnel, die Vorsitzende des BFV-Ausschusses für den Mädchen- und Frauenfußball. Bei den Männern und Jungen trafen die Verantwortlichen eine andere Entscheidung – und sahen kein Gesundheitsrisiko. Offenbar gab es keine Absprachen zwischen den Abteilungen. „Wir wussten nicht, wie die Männer entscheiden. Wir sind davon ausgegangen, sie würden genau so wie wir entscheiden“, so Fröhnel.

Joachim Gaertner, zuständig für den Spielbetrieb im Männerbereich, erklärte: „Der Frauenausschuss trifft im Verband seine eigenen Entscheidungen. Wir haben entschieden zu spielen, die Temperatur soll ja auf zwei, drei Grad steigen. Sonst könnten wir im Winter ja gar nicht mehr spielen.“ Die letzte Entscheidung trifft der Schiedsrichter.