Berlin

BR Volleys stehen im Play-off der Champions League

Berlin.  Pfiffe, Buhrufe und fliegende Klatschpappen sieht man im Volleyball eher selten. Am Mittwochabend kam es beim Champions-League-Spiel der BR Volleys gegen Jastrzebski Wegiel aber doch zu dieser Ausnahme. Im dritten Satz dauerte eine Schiedsrichterentscheidung über drei Minuten. Das etwas überforderte Kampfgericht entschied auf Wiederholung und die Berliner verloren derart den Faden, dass sie von 11:12 auf 13:19 zurückfielen.

Die 4.229 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle konnten ihre Emotionen nicht mehr kontrollieren, ähnlich wie die Spieler, denn in dem wohl spannendsten Spiel der Berliner im bisherigen Saisonverlauf ging es um nichts weniger als das Weiterkommen in der Königsklasse. Nach dem 1:2 Satzrückstand starteten die Berliner aber eine Aufholjagd und gewannen am Ende noch 3:2 (23:25, 25:16, 18:25, 25:17, 15:9).

Nach zwei Stunden 15 Minuten knallte Paul Carroll endlich den letzten Angriff auf den Boden, doch so richtig freuen konnten die BR Volleys sich erst, als der Hallensprecher via Mikrofon verkündete, dass sie es damit tatsächlich geschafft hatten, sich für das Play-off der besten zwölf Teams zu qualifizieren. „Haben wir es jetzt wirklich geschafft?“, fragte Kapitän Robert Kromm immer noch ungläubig.

Platz zwei in der Gruppe, der sicher für das Weiterkommen gereicht hätte, mussten die Berliner aufgrund der aufgeteilten Punkte bei Tie-break-Spielen nämlich den Polen überlassen, dafür dürfen sie sich durch den Sieg zu den drei besten Gruppendritten zählen, die weiter um den Einzug ins Final Four kämpfen. So kam es, dass der von aufgelösten Zuschauern begleitete Kampf in einem Jubelsturm zweier Teams endete, die im europäischen Kräftemessen sicher noch ein Wort mitreden werden, wenn sie es schaffen, eine noch konstantere Leistung aufs Feld zu bringen.