Olympia 2018

Berliner Olympia-Helden wieder zu Hause gelandet

Nach den olympischen Winterspielen hoffen die Berliner Medaillengewinner auf Schwung für ihren Sport und im Weltcup.

Ankunft am Flughafen Tegel: Die Bobsportlerinnen Lisa Buckwitz (l.) und Mariama Jamanka werden von Familie und Freunden empfangen. Die beiden haben in Südkorea Gold gewonnen

Ankunft am Flughafen Tegel: Die Bobsportlerinnen Lisa Buckwitz (l.) und Mariama Jamanka werden von Familie und Freunden empfangen. Die beiden haben in Südkorea Gold gewonnen

Foto: DAVIDS/Sven Darmer

Berlin.  Selbst in den kleinen, müden Augen war noch ein Funkeln zu erkennen, als Mariama Jamanka am Flughafen Frankfurt/Main auf die vergangenen zwei Wochen zurückblickte. „Es waren Erfahrungen, die man nicht so schnell wieder macht, einfach eine unglaubliche Zeit“, sagte die Berlinerin beim Empfang der rund 85 Olympia-Athleten. Euphorie, Stolz, Freude. All das war in den Augen der Sportler zu lesen. Bei manchen von ihnen vielleicht noch etwas Ungläubigkeit darüber, was einen Tag zuvor ein silbernes Ende gefunden hatte.

Am späten Montagabend landeten dann die Berliner Olympia-Sportler am Flughafen Tegel. Empfangen wurden sie von Familie und Freunden. Glücklich und müde präsentierten die beiden Bob-Olympiasiegerinnen Jamanka und Anschieberin Lisa Buckwitz ihre Goldmedaillen. Unter den Sportlern war auch Eisbären-Profi Frank Hördler, der mit dem Eishockeyteam sensationell Silber errungen hatte. Die deutsche Mannschaft musste sich nur dem hochfavorisierten Team der olympischen Athleten aus Russland geschlagen geben.

Die Landung war für das Eishockey-Team gleichzeitig so etwas wie ein Schritt zurück in die Realität. Schon am Mittwoch müssen einige der Olympia-Helden zurück aufs Eis. In der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) steht der Endspurt an. Den drei Eisbären um Final-Torschütze Jonas Müller gönnt Trainer Uwe Krupp ein paar freie Tage. Aber: „Es gibt nicht viel Zeit für einen olympischen Hangover“, sagte der Coach des Tabellendritten. Auch DEL-Spitzenreiter EHC Red Bull München, auf den die Berliner am Mittwochabend (19.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena) treffen, gibt seinen sieben Silbermedaillengewinnern eine kleine Auszeit. Doch schon am Sonntag beim vorletzten Hauptrundenspiel sollen alle wieder an Bord sein.

Nach Olympia ist Nachhaltigkeit gefragt

Zurück im Alltag soll die Erfolgsgeschichte aus Pyeongchang nicht nur eine Erinnerung bleiben, wenn es nach Stefan Schaidnagel geht, Sportdirektor des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). „Wenn man das nicht vergoldet, dann wäre das der größte Fehler überhaupt“, sagte er. Man wolle sich nachhaltig erfolgreich aufstellen und den Olympia-Hype für die Entwicklung des Sports nutzen. Schon im Mai wartet die WM in Dänemark. Dort will das Team von Trainer Marco Sturm die Leistung aus Pyeongchang bestätigen.

Ein Ziel, das auch Mariama Jamanka hat. Mit ihrer Goldmedaille aus dem Überraschungserfolg im Zweierbob setzte sie sich sofort in den Flieger in Richtung Hauptstadt. Die 27-Jährige hat im Gegensatz zu den Eishockey-Stars nun Zeit, die olympischen Erlebnisse zu verarbeiten. Die Bob-Saison ist seit Ende Januar beendet. Sie hat also noch einige Monate Zeit, bis sie wieder angreifen kann. Mit Gold im Rücken soll dann endlich der erste Weltcupsieg her. Ähnlich wie die Bob-Pilotin wollen die deutschen Biathleten den Schwung aus den Olympia-Erfolgen – mit neun Medaillen waren sie die erfolgreichste Biathlon-Nation – mit in die verbleibenden drei Weltcups nehmen.

Am 8. März nimmt der Biathlon-Zirkus mit den Wettbewerben in Kontiolahti (Finnland) wieder Fahrt auf. Anders ergeht es den Skispringern um Olympiasieger Andreas Wellinger, die bereits am 3. März in Lahti (Finnland) auf die Schanze zurückkehren. An gleicher Stelle und zu gleicher Zeit starten auch die Nordischen Kombinierer, die mit sieben Medaillen einen neuen Rekord in ihrer Sportart aufstellten, in den Weltcup zurück. Auf Aljona Savchenko und Bruno Massot wartet nach ihrem Gold-Coup Saisonhöhepunkt Nummer zwei. Ab dem 19. März findet in Mailand die Eiskunstlauf-WM statt. Dort will Savchenko das i-Tüpfelchen auf ihre erfolgreiche Karriere setzen.

Sporthilfe schüttet 750.000 Euro an Olympia-Prämien aus

Auf den Lorbeeren ausruhen kann sich also niemand. Auch nicht der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), der sich über die medaillenreichsten Winterspiele seit der Wiedervereinigung freut (14 Gold/10 Silber/7 Bronze). Mit der Rekordsumme von über 750.000 Euro honoriert dies die Deutsche Sporthilfe. Für Gold gibt es 20.000 Euro, 15.000 für Silber und 10.000 für Bronze. Die Plätze vier bis acht erhalten ebenfalls Prämien. Im Vergleich zum Fußball immer noch geringe Summen, wenn man bedenkt, dass jeder Nationalspieler nach dem WM-Titel 2014 300.000 Euro erhielt. Für den Wintersport trotzdem eine Steigerung. Nach Sotschi 2014 lag die Gesamtsumme der Prämien noch bei 555.000 Euro.

Die erfolgreichen 17 Tage sollen schon bald im Hinblick auf die nächsten Winterspiele in Peking 2022 analysiert werden. „Der Countdown hat mit dem Ende der Spiele in Südkorea begonnen“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Vorher gab es noch Glückwünsche von höchster politischer Stelle. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird allen Medaillengewinnern in einem persönlichen Schreiben gratulieren. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller will die Olympia-Teilnehmer aus der Hauptstadt am Mittwoch im Roten Rathaus empfangen.

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