Frankfurt/Main

Friedlicher Protest der Eintracht-Fans in Frankfurt

Doch die Diskussionen um den Montagstermin gehen weiter

Frankfurt/Main. Fußball ist manch­­mal bizarr. Beim 2:1 (2:1) gegen RB Leipzig protestierten die Fans von Eintracht Frankfurt mit Tennisbällen und Trillerpfeifen, mit Transparenten („Fußball am Montag ist wie Urlaub in Offenbach“) und Toilettenpapier gegen die neuen Montagabend-Spiele in der Bundesliga. Spielt die Eintracht, aktuell Tabellen-Vierter, aber so erfolgreich weiter, gehört Frankfurt kommende Saison zu jenen Klubs, die von dieser verhassten Spielplan-Reform profitieren. Montagstermine zerstückeln die Spieltage und brüskieren die Fans: Das sagt die Basis auf den Tribünen. Der Montag schont die Europacup-Teilnehmer, argumentieren die Deutsche Fußball Liga und die 18 Bundesligisten, die einstimmig für den neuen Termin votiert haben.

Gewinner des Abends waren neben der Mannschaft von Eintracht-Trainer Niko Kovac die Fans und die Frankfurter Verantwortlichen. Deren Deeskalations-Strategie war aufgegangen. „Am Ende ging der ­Ansatz auf, die Proteste zu tolerieren“, sagte Axel Hellmann, Vorstandsmitglied der Eintracht. „Beide Halbzeiten konnten durchgeführt ­werden. Es war friedlich, gewaltfrei und es war pyrotechnikfrei.“

Alle Beteiligten, inklusive der Polizei, Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) und der Teams, waren über den Ablauf des Protestes informiert. Der Fan-Aufmarsch im Innenraum zu Spielbeginn, Ultras, die über der Werbebande ihre Protest-Banner präsentieren, während zwei Meter weiter der Ball ­bereits rollte, waren ein Novum der Bundesliga-Geschichte. Das Signal dieses Abends: Die Liga sollte die Fans und ihre massive Kritik an der immer mehr zunehmenden Kommerzialisierung des Fußballs ernst nehmen. Gleichzeitig sind die Klubs zur Ehrlichkeit aufgefordert. RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff sagte: „Alle Bundesligisten haben für Montagsspiele gestimmt. Der Termin ist primär dazu gedacht, die Mannschaften, die in der Europa League ­spielen zu entlasten. Wir müssen den Fans erklären, warum wir das gemacht haben.“

Überschattet wurde der Abend von einem Todesfall. In der Schlussphase der Partie verstarb ein Frankfurter Fan auf der Haupt­tribüne nach einer Herz­attacke.