Pyeongchang

Russischer Curler steht unter Dopingverdacht

Drittplatzierter Kruschelnizki positiv auf Meldonium getestet

Pyeongchang. Den olympischen Winterspielen in Pyeongchang droht ein Doping-Beben - denn ausgerechnet ein Russe steht unter Verdacht. Nach übereinstimmenden Berichten russischer Medien ist der Curler Alexander Kruschelnizki positiv auf das verbotene Herzmittel Meldonium getestet worden.

Mehrere russische Medien zitierten in Pyeongchang Konstantin Wybornow, den Sprecher der Olympischen Athleten aus Russland (OAR). Er bestätigte, „dass die Leitung unserer Delegation eine offizielle Nachricht des IOC erhalten hat eine mögliche Verletzung der Anti-Doping-Regeln betreffend. Wir werden den Namen des Athleten nicht nennen, bis die B-Probe geöffnet ist, was wir innerhalb der nächsten 24 Stunden erwarten.“

Der Fall hätte Auswirkungen auf den Medaillenspiegel, denn Kruschelnizki hat im Mixed-Wettbewerb gegen Norwegen Bronze gewonnen. Danach soll die verdächtige Probe abgegeben worden sein. „Ich weiß von all dem nichts“, wurde Kruschelnizki von „Sport Express“ zitiert. Sein Trainer Dimitri Melnikow hofft, es handle sich „um einen Fehler: Alexander hat das Mittel bis 2016 genommen, bis es verboten wurde. Seitdem nicht mehr. Bei den Weltmeisterschaften 2016 und 2017 wurde er getestet, es gab keine Probleme.“

Dass Russland nach dem Staatsdoping-Skandal um die Winterspiele vor vier Jahren in Sotschi und den nicht enden wollenden juristischen Nachspielen nun erneut im Mittelpunkt eines Dopingfalls stehen könnte, birgt immensen sportpolitischen Sprengstoff. Denn die Olympischen Athleten aus Russland starten in Südkorea auf Bewährung. Sollte sich der Fall bestätigen, wäre die vom IOC in Aussicht gestellte Rehabilitierung Russlands noch vor der Schlussfeier gefährdet. „In dieser Gemengelage wäre ein russischer Dopingfall einfach einer zu viel“, sagte der Nürnberger Dopingexperte Fritz Sörgel: „Bestätigt sich der Fall, sollte die Suspendierung des russischen NOK über die Schlussfeier hinaus aufrechterhalten werden.“

In Pyeongchang wäre es der zweite Dopingfall, nachdem der japanische Shorttracker Kei Saito positiv getestet worden war.