Hamburg

Hoffmann ist neuer Präsident des Hamburger SV

Hamburg. Lautsprecher statt Leisetreter – und ein zerrissener Verein. Bernd Hoffmann ist neuer Präsident des Hamburger SV e.V. und bereitet einen Umbruch in den Führungsgremien des Vereins vor. Bei der Wahl am Sonntag setzte sich der frühere Klubchef mit 585:560 Stimmen denkbar knapp mit nur 25 Stimmen mehr gegen den bisherigen Amtsinhaber Jens Meier durch. Mit Beifall, aber auch Pfiffen wurde das Wahlergebnis von den Mitgliedern quittiert. Das zeigte, wie zerrissen der HSV im Moment ist. „Ich freue mich, dass unser Team gewonnen hat. Uns steht eine große Aufgabe bevor, auch diejenigen zu überzeugen, die gegen uns waren“, sagte Hoffmann, der bereits von 2003 bis 2011 Vorstandsvorsitzender des Bundesligisten war. Kontinuität, wie vom bisherigen Amtsinhaber Meier postuliert, halte er für „die falsche Option. Wir werden alles in der AG auf den Prüfstand stellen.“

Hoffmann erhält durch seine Wahl zum Klub-Oberhaupt qua Vereinssatzung auch einen Sitz im Aufsichtsrat der Fußballer und hat damit direkten Einfluss auf die Fußball-AG, an der der HSV e.V. mit 76,19 Prozent größter Anteilseigner ist. Thomas Schulz (Vizepräsident) und Moritz Schaefer (Vizepräsident und Schatzmeister) komplettieren das neue Präsidium des Vereins, das für vier Jahre gewählt wurde. Rund 78.000 Mitglieder aus mehr als 30 Abteilungen waren zur Wahl des obersten Gremiums aufgerufen, 1159 gaben am Sonntag ihre Stimme ab. Es gab 14 Enthaltungen. „Der Erfolg eines Bundesligisten hängt von sieben bis acht Personalien ab“, betonte Hoffmann und deutete damit den Austausch von Verantwortungsträgern an.

Einen Tag nach dem 1:2 gegen Leverkusen war das stark abstiegsbedrohte Team von Trainer Bernd Hollerbach wegen der Wutausbrüche einiger Fans nach der Niederlage gegen Bayer nicht bei der Mitgliederversammlung anwesend.