Pyeongchang

Savchenkos Zukunft könnte in der Hauptstadt liegen

Pyeongchang. Am Tag nach der Kür ihres Lebens wollten Aljona Savchenko und Bruno Massot noch nicht für die Zukunft planen. „Ich weiß es nicht. Die Nacht war so kurz, dass man zum Nachdenken noch keine Zeit gehabt hat“, sagte Paarlauf-Olympiasiegerin Savchenko. Partner Massot hatte am Freitag ganz andere Sorgen und suchte nach dem Aufwachen in seiner Tasche die Goldmedaille – er hatte Angst, dass alles nur ein Traum gewesen war.

Die beiden Sportler wollen erst nach den Olympischen Spielen über ihre sportliche Zukunft nachdenken. „Wir lassen uns überraschen, was alles auf uns zukommt“, sagte Savchenko. Was auf die gebürtige Ukrainerin zukommen könnte, hat sich die Deutsche Eislauf-Union (DEU) bereits überlegt. Geplant ist ja ein neues Paarlaufzentrum in Berlin, das Goldcoach Alexander König leiten soll. In nicht allzu ferner Zukunft soll dem Berliner dabei möglicherweise seine Olympiasiegerin als Assistentin zur Seite stehen. „Aljona kann eine sehr gute Trainerin werden. Man muss ihr einfach eine Chance geben“, sagte Martin Skotnicky, DEU-Teamchef in Pyeongchang. Der Zeitpunkt dafür sei gerade ideal. „Jetzt ist das Eisen heiß, jetzt müssen wir es schmieden“, sagte auch DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf. Mit dem Paarlauf-Gold und Rang sieben im Mannschaftswettbewerb hat der Verband sein Soll übererfüllt und kann selbstbewusst in die anstehenden Finanzierungsgespräche für das Paarlaufzentrum in der Hauptstadt gehen.

Dass man zukünftig noch mehr als bisher die Konzentration auf den Paarlauf legen will, hat aber auch andere Gründe. „Das ist nun mal die Disziplin, in der man sich am schnellsten nach oben arbeiten kann“, weiß Dönsdorf. Erfreuliche Ansätze zeigten in der Gangneung Ice Arena auch Annika Hocke aus Berlin mit ihrem Partner Ruben Blommaert aus Oberstdorf, die als Olympia-Debütanten überraschend einen respektablen 16. Platz belegten.

Olympiasieger Aljona Savchenko und Bruno Massot könnten ihre Karriere nach den Weltmeisterschaften Ende März in Mailand beenden. Vielleicht mit dem sechsten WM-Titel für Savchenko. Und danach? Vielleicht eine spannende Aufgabe in Berlin.