Dortmund

Hürdensprinterin Dutkiewicz hofft auf den nächsten Coup

Dortmund. Als Pamela Dutkiewicz das erste Mal neben sich selber stand, kam ihr die Sache noch ein wenig komisch vor. Doch mittlerweile hat sich die 26-jährige Hürdensprinterin vom TV Wattenscheid an den Anblick der riesigen Pappaufsteller ihrer Person gewöhnt. „Am Anfang war das komisch“, erzählt Dutkiewicz, „ich dachte, auf solche Plakate kommen ja nur die ganz Krassen – aber offenbar gehöre ich jetzt dazu.“ Ein kleiner Scherz – und doch hat sie recht.

Pamela Dutkiewicz ist das Gesicht der Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften, die am Wochenende in Dortmund stattfinden. Und das nicht nur, weil sie aus der Nachbarstadt kommt. Sie hat es sich verdient. 2017 war ihr Jahr. Erst gewann sie vor ihrer größten Konkurrentin Cindy Roleder, Vizeweltmeisterin von 2015, in deutscher Rekordzeit von 7,79 Sekunden den deutschen Titel über 60 Meter Hürden, dann holte sie in Abwesenheit der verletzten Roleder WM-Bronze in London über 100 Meter Hürden.

Inzwischen ist Cindy Roleder (SV Halle) wieder fit – und will am Sonnabend ihren Titel zurück. Pamela Dutkiewicz ist sich sicher: „Die 60 Meter Hürden werden der spannendste Wettkampf. Wir sind so dicht beieinander, da entscheidet am Ende, welche von uns besser geschlafen hat.“ Hinter den starken Sprinterinnen aus den USA sind Dutkiewicz (7,83) und Roleder (7,84) die schnellsten Hürdenläuferinnen 2018.

Sicherlich ist dieser Wettkampf auch ein Vorgeschmack auf die Leichathletik-EM, die im August in Berlin stattfindet. „Natürlich ist das mein absoluter Höhepunkt“, sagt Dutkiewicz. Diesem Ziel ordnet sie alles unter, lässt sogar die Hallen-WM in Birmingham (1. bis 4. März) aus, Roleder, die in Berlin ihren EM-Titel verteidigen will, plant einen WM-Start.

Beide Hürdenstars haben die WM-Norm längst erfüllt. Die Athleten, denen dies noch nicht gelungen ist, haben bei den nationalen Wettkämpfen die letzte Chance dazu. Doch auch in den anderen Disziplinen sind die Augen in der ausverkauften Helmut-Körnig-Halle auf viele Stars gerichtet. Sei es Läuferin Konstanze Klosterhalfen (Bayer Leverkusen), die über 1500 Meter zuletzt den 33 Jahre alten deutschen Hallenrekord nur knapp verpasste. Oder der wieder in Form kommende Stabhochsprung-Weltmeister von 2013, Raphael Holzdeppe.