Dortmund

Batshuayi bringt das Lachen zurück

Stürmer begeistert Dortmund nicht nur in der Europa League. Doch mit jedem Treffer wird er für den BVB teurer

Dortmund. Sein grelles Outfit erinnerte an Vorgänger Pierre-Emerick Aubameyang. Mit einem Rucksack der Comic-Figur SpongeBob und einer farblich passenden schwarz-gelben BVB-Mütze schlenderte Michy Bat­shuayi nach dem 3:2 (1:0) über Atalanta Bergamo aus dem Stadion. Nicht nur wegen seiner Vorliebe für extravagante Garderobe gilt der Belgier als idealer Aubameyang-Ersatz – und als neue Attraktion von Borussia Dortmund. Für seinen Rekordeinstand beim Revierklub mit fünf Toren in nur drei Spielen hatte er eine plausible Erklärung: „Es ist einfach perfekt hier. Wie in einer Familie. Das ist das, was ich brauche.“

Spätestens nach seinem Doppelpack (65./90.+1) in der Zwischenrunde der Europa League dämmerte es allen Dortmundern, dass sie mit dem vom FC Chelsea ausgeliehenen Angreifer den richtigen Griff getan haben. „Es war ein guter Schachzug, ihn hierher zu holen. Michy ist ein Spieler, der ideal zu unserem Spiel passt“, schwärmte Trainer Peter Stöger. Wie schon zuvor in Köln (3:2) und gegen Hamburg (2:0) war auf Batshuayi Verlass. Als der Rückschlag nach den Gegentreffern durch Josip Ilicic (51./56.) besiegelt schien, schlug der 24-Jährige zurück. Zwei sehenswerte Zuspiele des kurz zuvor eingewechselten Mario Götze ebneten den Weg zum Happy End.

Auch innerhalb der Mannschaft hat sich Batshuayi in Rekordzeit höchste Wertschätzung erarbeitet. „Er arbeitet viel für uns. Gerade, wenn wir mal keine spielerische Lösung finden, ist er ein Spieler, der den Ball gut festmachen kann. Das tut uns gerade sehr, sehr gut“, befand der im Rückspiel am kommenden Donnerstag gesperrte Mittelfeldspieler Julian Weigl.

Doch die Treffsicherheit von Batshuayi hat auch eine Kehrseite. Wie Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bereits vor der Partie gegen Bergamo mutmaßte, dürfte der Stürmer „mit jedem Tor teurer werden“. Das könnte seine mögliche feste Verpflichtung im Sommer erheblich erschweren. Stöger sieht die Entwicklung gelassen: „Mit jeder Chance, die er verpassen würde, hätten wir viel größere Probleme.“

Neben dem Matchwinner macht auch André Schürrle mehr und mehr von sich reden. Der in Dortmund bereits als Fehleinkauf abgestempelte Angreifer belohnte sich für seine erneut ansprechende Leistung mit dem Tor zum 1:0 (30.). Trainer Stöger ist guter Dinge, dass der einstige und oft durch Verletzungen zurückgeworfene Problemfall sein Tief überwunden hat und dem BVB in Zukunft noch Freude bereiten wird: „Er beginnt, das abzurufen, was er an Qualität hat. Nach einer schwierigen Phase mit Verletzungen bekommt er jetzt Spielpraxis, Vertrauen, Möglichkeiten. Er zeigt mehr und mehr, was er an Talent hat.“

Nach zuletzt acht Spielen ohne Sieg auf internationaler Bühne und dem blamablen Aus in der Gruppenphase der Champions League gab es für die Borussia endlich mal wieder etwas zu feiern. Allerdings ist das Polster vor dem Rückspiel in Reggio Emilia dünn. Vor allem die beiden Gegentore schmerzten. Dennoch ist Stöger zuversichtlich, dass die Borussia das Achtelfinale erreicht: „Wir haben in den letzten Wochen gezeigt, dass es relativ schwierig ist, uns zu besiegen. Deshalb sehe ich die Chancen nicht schlecht.“

BVB muss in Gladbach auf Kagawa verzichten

Nur drei Tage nach dem Kraftakt gegen Bergamo will der BVB den Aufwärtstrend auch in Mönchengladbach fortsetzen. „Ich sehe uns auf dem richtigen Weg. Das heißt aber nicht, dass wir uns zurücklehnen können. Vor allem wenn man sieht, wie schwer wir für Siege arbeiten müssen“, warnte Stöger mit Blick auf das Bundesliga-Westduell am Sonntag (18 Uhr, Sky).

Gegen die Gladbacher wird die Borussia erneut ohne Shinji Kagawa planen müssen. „Es wird nicht klappen, er hat Probleme mit dem Knöchel“, sagte Stöger am Freitag. Darüber hinaus ließ der Trainer offen, ob der von einer Muskelverletzung genesene Kapitän Marcel Schmelzer in den Kader zurückkehrt.