Sport

Der Präsident im Eishockeytor

Marcel Stein

Es war ein typisches Bild: Selfie mit dem Sportler. Gut, mit großen Stars haben die sicher einen hohen emotionalen Wert. Zu diesen großen Stars wiederum zählt Marcel Noebels sicher nicht. Aber der Berliner ist immerhin deutscher Eishockeynationalspieler, Olympiateilnehmer – und damit für die freiwilligen Helfer bei den Spielen ein überaus attraktives Selfie-Fotomodell.

Doch es ist schön, auch mal sehen zu dürfen, wie die Seiten plötzlich wechseln. Mitten im Gespräch musste Noebels auf einmal schnell weg. Um selbst ein Foto mit jemandem zu schießen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schaute beim Training der Eishockeyprofis vorbei, nach dem Besuch der Eröffnungsfeier am Abend zuvor war es sein erster Stopp bei deutschen Athleten in Pyeongchang. Und so ein ranghoher Staatsvertreter kann selbst Menschen, die es gewohnt sind, angehimmelt zu werden, in einige Aufregung versetzen. Die meisten aus der Truppe ließen ein Bild von sich und dem Präsidenten machen. Eisbären-Stürmer Noebels war als Letzter an der Reihe, weil er etwas abseits stand, aber verpassen wollte er diese Chance auf keinen Fall.

„Politik ist zwar nicht so meins, aber seine Anwesenheit im Training ist schön. Ich glaube, Herr Steinmeier ist auch sportbegeistert, so wie er gesprochen hat“, sagte Noebels nach dem Foto mit leuchtenden Augen. Er und seine Teamkollegen waren nicht die einzigen, die Steinmeier am Sonnabend beglückte. Der Bundespräsident ging auch zum Eiskunstlauftraining hinüber, abends besuchte er die Biathleten bei den ersten Wettkämpfen. Dass die Torwartfrage beim Eishockeyteam mit dem Auftauchen des Bundespräsidenten und der Übergabe eines Trikots mit der Nummer eins an Steinmeier geklärt sein soll, erwies sich jedoch als Gerücht.