Pyeongchang

Für Gold braucht es auch die richtige Logistik

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Die wertvollen Sportgeräte zu den Spielen nach Asien zu bringen, erforderte oft riesigen Aufwand

Pyeongchang. Der Olympiastart erfordert in vielen Sportarten eine logistische Meisterleistung. Um die bis zu 200 Kilogramm schweren Bobs rechtzeitig nach Südkorea verfrachten zu können, fanden anders als in anderen Sportarten kurz vor den Spielen keine Weltcups mehr statt. Die Bobsportler verpackten die Zweierbobs mit rund 170 Kilogramm Leergewicht und die Viererbobs (210 Kilo) zehn Tage vor der Reise in speziellen Containern. Beim ersten europäischen Weltcup Anfang Dezember in Winterberg waren die US-Bobs nicht pünktlich da, weil in den USA gerade ein heftiger Schneesturm tobte. Neben Böcken für Lagerung und Bearbeitung der Bobs benötigen die Athleten mehrere Kufensätze je nach Witterung; plus Werkzeug und Ersatzmaterial wie Fahrgestelle und Anschubbügel.

Die Skeletoni, deren Schlitten 35 (Männer) bis 43 Kilogramm (Frauen) schwer sind, und die Rodler (23 Kilogramm im Einsitzer/27 beim Doppelsitzer) haben spezielle Einzelkisten pro Athlet, die per Fracht verschifft werden. Bei Felix Loch ist offenbar nichts kaputt gegangen, der Deutsche liegt nach zwei von vier Läufen klar auf Goldkurs.

Die gesamten Nordischen waren bis zuletzt noch im Einsatz. Das bedeutet, dass das komplette Material begleitend mitgenommen werden muss. Allein die Langläufer rechnen mit Zusatzgepäck von rund 1,4 Tonnen. Pro Läufer sind das zwischen 30 und 40 Paar Ski, dazu die entsprechenden Wachse. Die Schleifmaschine, die der Deutsche Skiverband auch in Südkorea dabei hat, und Werkbänke sowie dazugehöriges Material wurden bereits vorab verschifft.

Bei den alpinen Rennläufern werden die Bretter von den Skifirmen gebracht. Schuhe nehmen die Olympiastarter wie Viktoria Rebensburg selbst mit. Drei Tage vor der Eröffnungsfeier war das Eishockey-Team im Testspiel in der Schweiz noch gefordert. Vorgeschickt wurden zum Beispiel Kaffeemaschinen für die Kabine. Massagebänke, Schleifmaschinen, Schläger und Ausrüstung konnten aber erst mit dem Team am Mittwoch mitfliegen.

Für Eiskunst- und Eisschnellläufer ist es seit Jahren ein Problem, dass sie seit den weltweit verschärften Sicherheitsbedingungen ihre Schlittschuhe nicht mehr ins Handgepäck nehmen dürfen. „Die Kufe wird wie ein Messer betrachtet, das ist für uns ganz schlecht“, berichtet Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union. Viele Male standen Eiskunstläufer bei großen Wettbewerben ohne Gepäck und Schlittschuhe da und konnten nicht antreten.

Die Sprinter haben jedes Mal Angst, dass die Kufen im Gepäckraum zerstört werden. Bis auf Nico Ihle, der noch bis Sonntag in Berlin trainiert, sind aber alle Deutschen samt Schuhen gut angekommen. Die Biathlon-Gewehre wurden übrigens mit personalisierter Sondererlaubnis des Zolls mit dem Sperrgepäck befördert.

( dpa )