Cluj

Der Machtkampf im Rugby-Verband spitzt sich zu

Cluj. Durch den deutschen Rugby-Verband geht ein so tiefer Riss, dass für die neuformierte 15er-Nationalmannschaft der Traum von der erstmaligen Teilnahme an einer WM-Endrunde quasi schon vorm ersten Rückrundenspiel der Qualifikation am Sonnabend (16 Uhr) bei Tabellenführer Rumänien geplatzt ist. Was ist passiert? Hans-Peter Wild war Mäzen des Deutschen Rugby-Verbandes (DRV). Der schwerreiche Unternehmer („Capri-Sun“) war über viele Jahre Hauptsponsor und baute in Heidelberg ein Trainingszentrum. Noch viel wichtiger war, dass er bei seiner gemeinnützigen Stiftung Wild Rugby Academy (WRA) ein Gros der Nationalspieler beschäftigte, sodass diese quasi als Profis leben konnten. Diese Spieler inklusive des südafrikanischen Bundestrainers Kobus Potgieter aber streikten vor einem Testspiel gegen Chile im November, nachdem Verhandlungen über eine Verlängerung zwischen Wild und dem DRV scheiterten. Der DRV engagierte daraufhin den Uruguayer Pablo Lemoine als Nationalcoach, zog einige neue Sponsoren an Land und stellte - nun ohne die leistungsstärksten Spieler - ein komplett neues Nationalteam zusammen. Am Donnerstag trat auch noch DRV-Präsident Klaus Blank zurück und beklagte eine Hetzkampagne.

( sid )