Auszeichnung

Ruderer Wolff ist Berlins Nachwuchssportler des Jahres

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Philip Häfner
Ruderer Moritz Wolff am Montagabend bei der Auszeichnung im Bluemax Theater am Potsdamer Platz

Ruderer Moritz Wolff am Montagabend bei der Auszeichnung im Bluemax Theater am Potsdamer Platz

Foto: Eberhard Thonfeld / camera4

Ruderer Moritz Wolff siegte bei der U19-EM und wurde nun Nachwuchssportler des Jahres. Auch andere Wassersportler wurden ausgezeichnet.

Berlin.  Am vergangenen Donnerstag hätte Moritz Wolff schon einmal Gelegenheit zum Feiern gehabt. Der Ruderer wurde an diesem Tag 18 Jahre alt, doch auf eine Party verzichtete er vorerst. Wolff wollte erst noch abwarten, ob er nicht womöglich eine noch viel größere Sause veranstalten muss.

Seit Montag weiß er nun, dass es für ihn gleich doppelt Grund zum Jubeln gibt und die Fete wohl noch etwas reichlicher ausfallen wird. Denn am Abend wurde der U19-Europameister und -Vizeweltmeister im Bluemax Theater am Potsdamer Platz zum Berliner Nachwuchssportler des Jahres gekürt. Zweiter wurde der 16 Jahre alte Segler Nico Naujock, Platz drei ging an die paralympische Schwimmerin Marlene Endrolath, ebenfalls 16. Auffällig: Wie im Vorjahr belegten damit ausschließlich Wassersportler die vorderen Plätze.

Von der Schul-Entdeckung zum Weltrekordler

Die Wahl ist eine gemeinsame Initiative des Landessportbunds Berlin (LSB), des Olympiastützpunkts und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. LSB-Präsident Klaus Böger sagte: „Die Förderung des Nachwuchssports ist eines der wichtigsten Anliegen des Landessportbundes. Dazu gehört, die Besten zu würdigen. Sie sind Vorbilder, weil sie hart trainieren, um ihre sportlichen Träume zu verwirklichen. Wir möchten sie ermutigen, diesen Weg weiterzugehen. Mit der Ehrung zeigen wir zugleich, wo Grundlagen und Rahmenbedingungen für leistungssportliche Erfolge geschaffen werden: einerseits in den Schulen, die Sportunterricht nicht als fünftes Rad am Wagen behandeln, und in den Eliteschulen, die Training, Wettkampf und Ausbildung zugleich ermöglichen. Zum anderen in den Vereinen und Verbänden, die sich aktiv um den Nachwuchs kümmern.“

Auch das Talent von Moritz Wolff war einst in der Schule entdeckt worden. Nachdem er neun Jahre lang Fußball gespielt hatte, war er 2014 zum Rudern gewechselt, weil sein ehemaliger Hort-Erzieher die Sportart an seiner damaligen Schule unterrichtete. Mittlerweile gehört er in seinem Jahrgang zu den besten Ruderern weltweit. Bei den Europameisterschaften der Junioren in Krefeld gewann der junge Mann vom Berliner Ruder-Club im vergangenen Jahr Gold im Einer. Bei der Weltmeisterschaft in Litauen war nur ein Amerikaner schneller als er.

Berliner mehrfach erfolgreich bei Europameisterschaften

Auch in diesem Jahr ist Wolff noch einmal bei der Junioren-WM startberechtigt – „dann will ich die Revanche“, sagt er. Auf dem Ergometer ist der Grünauer ebenfalls Vizeweltmeister und zudem Weltrekordhalter in seiner Altersklasse über 2000 Meter und 6000 Meter.

Genau wie Wolff wurde auch Nico Naujock 2017 Europameister. Der Segler beherrschte bei der U17-EM im polnischen Gdynia im Laser Radial die schwierigen Windbedingungen am besten. Bei der U17-Weltmeisterschaft in den Niederlanden folgte ein starker dritter Platz. Für diese Erfolge wurde er am Montag zusammen mit Lou Massenberg (Wasserspringen) und Paul Anton Dösch (Hockey) auch als Eliteschüler des Jahres geehrt. Die Drittplatzierte Marlene Endrolath glänzte im vergangenen Jahr mit insgesamt fünf Goldmedaillen bei den European Para Youth Games. Dabei siegte die Para-Schwimmerin unter anderem über 100 Meter in allen vier Schwimmstilen Brust, Rücken, Schmetterling und Kraul.