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Federer tröstet enttäuschten Zverev

In den schweren Stunden des Lebens ist es gut, Freunde zu haben. Besser ist es, wenn Roger Federer dazugehört. Als Deutschlands Tennishoffnung Alexander Zverev (20) nach seiner nächsten Grand-Slam-Pleite völlig niedergeschlagen durch die Katakomben der Rod-Laver-Arena in Melbourne schlich, tauchte plötzlich der Maestro aus der Schweiz auf, klopfte dem Hamburger aufmunternd auf die Schulter und fand passende Worte. „Ich habe ihm gesagt, sei geduldig. Setz’ dich nicht unter unnötigen Druck und lerne aus deinen Fehlern“, berichtete Federer. Sein Rat: „Bleib’ ruhig, verbuddel’ dich nicht in einem Loch. Dafür gibt es keinen Grund.“

Tatsächlich zeigte das kurze Gespräch Wirkung. „Ich hatte zwei Minuten mit Roger“, erzählte Zverev später, „er hat mir sehr geholfen.“ Eine Stunde nach der bitteren Drittrunden-Niederlage gegen Chung Hyeon (Südkorea) wirkte der Heißsporn aufgeräumt wie selten zuvor. „Die Grand Slams bedeuten mir noch zu viel“, räumte er ein, „bei den Masters bin ich nach meinen zwei Titeln ruhig.“ Womöglich sei es schlauer, „zuerst auf das Viertel- oder Halbfinale zu schauen“ und nicht mit dem Anspruch auf den Titel zu den größten Turnieren zu fahren, meinte Federer.