München

Müller macht bei Bayerns Sieg gegen Bremen die 100 voll

Neben dem Weltmeister trifftauch Lewandowski doppelt

München.  Die Zahlen des Tages zauberten Thomas Müller ein breites Grinsen ins Gesicht. Sein 100. Bundesligator? „Ist nicht ganz so besonders“, feixte der Weltmeister von Bayern München nach seinem Doppelpack beim 4:2 (1:1) gegen Werder Bremen, „ich bin ja erst 28.“ Die Ligatreffer 93 und 94 von Teamkollege Robert Lewandowski, mit denen der Pole an Arjen Robben vorbeizog? „Lewa weiß halt, wo das Tor steht, und Arjen hat sicher andere Sorgen.“ Zu den komfortablen 16 Punkten Vorsprung auf Verfolger Leverkusen fehlte jedoch selbst dem schlagfertigen Müller ein gewitzter Gedanke, was ganz gut passte zum Auftritt der Münchner am Sonntag. Ihre Klasse hatten die Bayern nämlich nur sporadisch gezeigt, ansonsten aber fehlte es an Ideen, an Spritzigkeit, an Entschlossenheit auch.

Weil die individuelle Qualität zumindest vereinzelt aufflackerte, reichte es trotzdem zum 15. Saisonsieg. Vor Müller (41., 84. Minute) und Lewandowski (63., 76.) hatte Bremens Jerome Gondorf zu überraschenden Gäste-Führung getroffen – Münchens Niklas Süle unterlief ein Eigentor zum 2:2 (74.). Rundum zufrieden war der Jubilar deshalb nicht.

„Werder hat es gut gemacht“, räumte Müller ein. Tatsächlich zwangen die angriffslustigen Bremer den Favoriten zu einem echten Kraftakt. Eine Woche vor dem Duell mit Hertha BSC wirkte das Team von Florian Kohfeldt zu keinem Zeitpunkt wie ein Abstiegskandidat, im Gegenteil, Bremen brachte die Bayern mehrfach in arge Not: Der starke Max Kruse köpfte bereits nach sieben Minuten an den Pfosten, ein Fernschuss von Zlatko Junuzovic rauschte knapp am Tor vorbei (23.), ehe Kruse Gondorfs Führungstreffer auflegte.

Und die Münchner? Taten sich lange schwer, liefen sich immer wieder fest und wirkten in der Abwehr längst nicht immer sicher. Auf die Geistesblitze von Müller, Lewandowski und James Rodriguez, der zwei Treffer vorbereitete, war jedoch Verlass – sehr zum Frust der tapfer kämpfenden Bremer. „Es wäre mehr drin gewesen“, meinte Kruse, „aber wenn du vier Tore bekommst, hast du nicht alles richtig gemacht.“ Müller hingegen beendete seinen Arbeitstag mit einem seligen Lächeln. „Wenn die Mannschaft da sein muss“, sagte er, „dann ist sie auch da.“