Bundesliga

Für HSV-Trainer Gisdol geht es gegen Köln um seinen Job

FC kann mit einem Sieg wieder vom Klassenerhalt träumen

Seit dem 26. September ist Markus Gisdol Trainer des Hamburger SV

Seit dem 26. September ist Markus Gisdol Trainer des Hamburger SV

Foto: Axel Heimken / dpa

Hamburg/Berlin.  Wenn es unübersichtlich wird, das wievielte Mal der HSV jetzt eigentlich wieder in der Vollkrise steckt und was man dagegen tun kann, hilft ein Blick in die Statistik. Markus Gisdol ist seit 16 Monaten Hamburgs Trainer. Von seinen 47 Spielen hat er 14 gewonnen. 49 Prozent der Partien aber verlor er (23). So schlecht war die Bilanz noch bei keinem HSV-Coach, der länger als ein halbes Jahr blieb. Man könnte also auf die Idee kommen, dass es nicht sonderlich vorwärts geht unter Gisdol.

Das wäre nicht so schlimm, würde nicht die Angst immer größer werden, dass es beim HSV bald abwärts ginge. Dass diesmal aber wirklich der Abstieg nicht abgewendet werden kann. Und deshalb wird die Partie des Tabellenvorletzten gegen den Letzten 1. FC Köln am Sonnabend (18.30 Uhr/Sky) auch zum Endspiel für Gisdol.

Spekulationen um Magath

Verliert der HSV (15 Punkte), der schon seit fünf Spielen auf einen Sieg wartet, gegen Köln (neun), muss Gisdol wohl gehen. Auf die Frage nach dem Endspielcharakter antwortete der 48-Jährige zynisch: „Es ist gefühlt das 25.“ Womit er recht hatte. Unter der Woche fiel in Hamburg bereits der Name Felix Magath als möglicher Nachfolger. Der 64-Jährige ist nach seinem China-Intermezzo arbeitslos.

Die Schlagseite, die das HSV-Schiff mal wieder genommen hat, wittern sie beim FC als ihre große Chance, die nach zwei Siegen zuletzt aufkeimende Hoffnung auf den für fast unmöglich gehaltenen Klassenhalt zu nähren. „Ich möchte nicht in der Hamburger Haut stecken: Zu wissen, da kommt eine Mannschaft, die zweimal hintereinander gewonnen hat und auf die du nach einer Niederlage nur noch drei Punkte Vorsprung hast“, tönte Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck.

Supertalent Fiete Arp fällt aus

„Wenn der Funke Hoffnung jetzt nicht zündet, weiß ich auch nicht“, sagte Torwart Timo Horn. Das umgekehrte Spitzenspiel der Bundesliga wird zum doppelten Endspiel: für Gisdol und für die Euphorie in Köln. Verliert Ruthenbecks Elf, wären es wieder neun Punkte bis zum HSV. An den Klassenerhalt bräuchte dann niemand zu denken.

In Hamburg ist die Angst allerdings weitaus größer. Sollte der HSV erstmals in der Klubgeschichte absteigen, würde wohl auch das größte Talent den Klub verlassen. Der Vater von Stürmer Fiete Arp (18) deutete an, dass sein Sohn eher nicht mit in die Zweite Liga gehen würde. Verdenken kann man es ihm nicht. Für Gisdols Endspiel gegen Köln fällt Arp auch noch verletzt aus.