Köln

Rückkehrer Terodde schenkt Köln ein Stück Hoffnung

Der Ex-Unioner trifft kurz vor Schluss zum 2:1 gegen Gladbach

Köln. Simon Terodde bekam keine Luft mehr. Die neuen Kollegen hatten sich auf ihn geworfen. Erst einer, dann zwei, irgendwann konnte Terodde den Kölner Himmel nicht mehr sehen. Nur hören konnte der Stürmer, dass das Stadion um ihn herum ausflippte.

Mit seinem späten Treffer in der fünften Minute der Nachspielzeit hat der Rückkehrer aus Stuttgart dem 1. FC Köln ein 2:1 (1:0) im 88. Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach beschert und den akut abstiegsgefährdeten Kölnern ein Stück Hoffnung geschenkt. Es war der zweite Saisonsieg des Tabellenletzten, der nun bei neun Punkten steht. Mit einem weiteren Erfolg am Sonnabend beim direkten Konkurrenten Hamburger SV hätte der FC plötzlich wieder Chancen auf den Klassenerhalt.

„Da ist unbeschreiblich. Bei der letzten Aktion bin ich instinktiv Richtung Ball gelaufen und habe ihn reingeschlagen. Besser kann man bei seinen neuen Mannschaftskollegen nicht ankommen“, sagte Terodde. Erst in diesem Winter war der 29-Jährige vom VfB Stuttgart zu dem Klub zurückgekehrt, für den er bereits von 2009 bis 2011 spielte, bevor er von dort zum 1. FC Union wechselte. „Der Sieg war vielleicht ein bisschen glücklich, aber nicht unverdient“, fand Terodde. FC-Verteidiger Frederik Sörensen (34.) hatte das umjubelte 1:0 erzielt. Der Däne setzte sich im Strafraum mit vollem Einsatz gegen seinen Landsmann Jannik Vestergaard durch und drückte den Ball aus wenigen Metern über die Linie. Raffael (69.) glich mit seinem siebten Saisontor für die Gladbacher zunächst aus, ehe Terodde in der Nachspielzeit (90.+5) das 2:1 einköpfte.

Sörensens Treffer war zunächst sinnbildlich für das Spiel des FC: Der technischen Stärke der Gäste setzte die Kölner Elf von Trainer Stefan Ruthenbeck vor 50.000 Zuschauern viel Leidenschaft entgegen. Der Coach hatte das Derby als „erstes von 17 Endspielen“ bezeichnet. Auch Nationalspieler Jonas Hector, der seit September mit einem Syndesmoseriss ausgefallen war, fügte sich bei seinem Comeback nahtlos ein. Die Geschichte des Tages aber schrieb Terodde. Der wollte das auch genießen: „An Hamburg denke ich heute noch keine Sekunde. Wir freuen uns heute erst einmal über diesen wichtigen Sieg“, sagte er, als er wieder Luft hatte.