Augsburg

Hamburger SV weiter im freien Fall

Trainer Gisdol fordert nach Pleite in Augsburg neue Spieler

Augsburg. Die Profis des Hamburger SV standen noch konsterniert auf dem Rasen, da klangen ihnen die hämischen Gesänge der Augsburger Fans in den Ohren: „Zweite Liga, Hamburg ist dabei. Zweite Liga, Hamburg ist dabei.“

Ob es passiert, ist nach dem 0:1 (0:1) beim FC Augsburg offen, doch der verpatzte Start in die Rückrunde lässt Erinnerungen an all’ die Kapriolen der Vorjahre aufleben. „Es ist enttäuschend. Die Leistung ist nicht ausreichend, da muss mehr kommen“, sagte HSV-Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Er forderte „von jedem“ eine Steigerung, schloss sich und den Trainer ausdrücklich ein: „Man muss nicht über Einzelne reden.“ Coach Markus Gisdol reagierte äußerlich gelassen auf die prekäre Lage des Vorletzten (15 Punkte nach 18 Spielen): „Wir kennen diese Situation.“ Verteidiger Mergim Mavraj sagte: „Es geht darum, nicht alles schwarzzumalen.“

Defensiv war der HSV ordentlich sortiert, ließ in einem Kampfspiel auf überschaubarem Niveau nur wenige Augsburger Chancen zu. U21-Europameister Julian Pollersbeck feierte im Tor ein anständiges Bundesliga-Debüt. Beim entscheidenden Treffer von Koo Ja-Cheol (45.) war er schuldlos. Aber sonst waren in dieser ziemlich dunklen HSV-Brühe wenige helle Flecken zu erkennen.

„Sorgen machen wir uns seit einem Jahr“, sagte Mavraj und meinte damit, dass niemand beim HSV die Situation unterschätzt. Eklatant ist die Offensivschwäche. „Wir müssen mehr Chancen produzieren“, forderte Gisdol schon für das Abstiegsendspiel in der kommenden Woche gegen den 1. FC Köln. Gisdol forderte Verstärkungen: „Wir sollten uns offensiv breiter aufstellen.“ Sportchef Jens Todt sagte, dass für einen Transfer die Kombination stimmen müsse aus „sportlicher Soforthilfe, finanzieller Machbarkeit und Verfügbarkeit“.

Bezeichnend, dass die Hoffnungen des HSV für das Köln-Spiel daran ­hängen, dass das am Sonnabend ­erkrankte HSV-Talent Jann-Fiete Arp (18) wieder ­gesunden möge.