Motorsport

Formel E hat in Berlin die DTM schon überholt

Der ADAC Berlin-Brandenburg positioniert sich klar: lieber die Formel E in Tempelhof, als die DTM auf dem Lausitzring.

Spannend, aber leise: Formel-E-Boliden (hier 2017 mit Lucas di Grassi an der Spitze) drehen auch 2018 ihre Kreise in Tempelhof

Spannend, aber leise: Formel-E-Boliden (hier 2017 mit Lucas di Grassi an der Spitze) drehen auch 2018 ihre Kreise in Tempelhof

Foto: ATP / picture alliance / ATP

Berlin.  Im ersten Moment klingt alles positiv, als wären die Hausaufgaben gemacht. Für die nächste DTM-Saison (ab 5. Mai) kommen neue Rennen in Misano (Italien) und Brands Hatch (England) hinzu. Und mit Sat1 fand die Tourenwagen-Serie nach 18 Jahren in der ARD einen neuen Fernsehpartner.

Von Sat1 gibt es kein Geld für Übertragungen

Trotzdem dürfte das Geld knapp werden in diesem Motorsportbereich. Denn die Münchner Sendegruppe ProSiebenSat1 ist nicht bereit, der Serie in den kommenden beiden Jahren etwas für die Übertragungsrechte zu überweisen – im Gegensatz zur ARD, die zuletzt 2,5 Millionen Euro pro Jahr überwies. Und auch andere Einnahmen fallen weg: Porsche wechselt mit seinem Markenpokal Carrera-Cup zum ADAC und dessen GT-Masters-Veranstaltungen. Dem Automobilclub wird der Stuttgarter Sportwagenhersteller weniger als die zwei Millionen Euro überweisen, die DTM-Vermarkter ITR bislang für die Rennaustragung in seinem Rahmenprogramm kassierte.

Zudem stellte Audi seinen TT-Cup nach drei Jahren 2017 ein, das macht 1,5 Millionen Euro weniger. Das ergibt zusammen ein Minus von etwa sechs Millionen Euro, das DTM-Chef Gerhard Berger Teilnehmern wie Audi, BMW und Mercedes vermitteln muss, obwohl die ihren finanziellen Einsatz selbst zurückfahren wollten. Die Kosten pro Saison für die Konzerne werden auf jeweils rund 50 Millionen Euro geschätzt.

Beim Rennen auf dem Lausitzring drohen Probleme

Probleme warten auf die DTM insbesondere beim Gastspiel auf dem Lausitzring (19./20. Mai), denn parallel dazu gastiert die Formel E auf dem Flughafen Tempelhof. Nicht nur die Fans müssen sich entscheiden, sondern auch die beiden in der Elektroserie engagierten Mercedes-Fahrer Maro Engel und Edoardo Mortara. Der ADAC Berlin-Brandenburg, der in den Vorjahren als Ausrichter des DTM-Events firmierte, hat seine Mitarbeit sogar schon komplett abgesagt.

Er richtet für den Automobil-Weltverband Fia lieber die Formel E in Tempelhof aus. „Aus personellen und logistischen Gründen können wir nicht beide Events machen“, sagt Horst Seidel, Sportlicher Leiter beim regionalen ADAC-Verein: „Die Formel E verlangt uns alles ab.“ Dies habe er der ITR rechtzeitig schriftlich mitgeteilt. Viele seiner ehrenamtlichen Helfer hätten sich schon früh für die Formel-E-Veranstaltung gemeldet. Andere ADAC-Landesverbände wie Sachsen haben bereits signalisiert, dass sie nicht einspringen können.

ARD zeigt lieber die Elektroserie

Zum Duell dürfte es auch bei der TV-Einschaltquote kommen. Die ARD mit ihrer hohen Grundreichweite plant die Übertragung der Elektroserie. Danach wird sich zeigen, ob DTM-Chef Berger die Hausaufgaben wirklich gut gemacht hat.

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