Bundesliga

Wie Jörg Heinrich aus Falkensee beim BVB landete

Eben noch coachte Jörg Heinrich in Liga sechs, nun ist er Co-Trainer von Peter Stöger. Der zeigt sich angetan vom Brandenburger.

Chefcoach Peter Stöger (r.) mit Co-Trainer Jörg Heinrich im Dortmunder Trainingslager in Marbella

Chefcoach Peter Stöger (r.) mit Co-Trainer Jörg Heinrich im Dortmunder Trainingslager in Marbella

Foto: Alex Gottschalk/DeFodi.de / imago/DeFodi

Marbella.  Als am Tag vor dem zweiten Advent der Anruf kam, war Jörg Heinrich bei seiner Familie im Havelland. Am Telefon meldete sich Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, mit einer Bitte: Heinrich solle schnell nach Dortmund kommen. „Da war ich sehr überrascht“, sagt der 48-Jährige. „Aber für mich war es keine Frage, dass ich dann am nächsten Tag in Dortmund bin, um zu helfen.“

Denn der BVB hatte ein Problem: Peter Stöger hatte zwar zugesagt, nur eine Woche nach seiner Entlassung beim 1. FC Köln die Nachfolge von Peter Bosz anzutreten. Sein langjähriger Co-Trainer Manfred Schmid aber stand erst einmal nicht zur Verfügung. Da dachte Watzke an Heinrich, der mit dem BVB 1995/96 und 2001/02 Meister wurde und 1997 die Champions League gewann, der außerdem noch immer Markenbotschafter des Klubs war, weshalb der Kontakt nie abriss. Als Trainer aber hatte Heinrich bis dahin wenig vorzuweisen: Ganz bewusst wollte er nach dem Erwerb der Fußballlehrer-Lizenz 2012 unten anfangen.

Zwei Jahre lang war Heinrich Sportdirektor beim 1. FC Union

Der gebürtige Rathenower, der 1988 bei BSG Motor Rathenow seine Spielerkarriere begann und über Freiburg, Dortmund und Florenz 2005 auch beim 1. FC Union landete, wo er bis Februar 2007 Sportdirektor war, startete 2013 als Trainer in Rathenow. Im Sommer übernahm er den Sechstligisten SV Falkensee-Finkenkrug – und nun steht er plötzlich beim Tabellendritten der Bundesliga an der Seitenlinie. Stögers Assistent Schmid ist zwar seit Winter auch dabei. Aber Heinrich soll bleiben – zumindest bis Sommer.

„Ich habe ihn als Spieler geschätzt, ich habe gesehen, wofür er steht“, sagt Stöger über Heinrich. „Da habe ich gleich gewusst, er könnte in unsere Trainerriege ganz gut reinpassen.“ Heinrich kenne den Verein. Zudem gehörte er bisher nicht zum engen Vertrautenkreis des Trainers, kann so auf anderer Ebene mit den Spielern kommunizieren. „Ich finde das auch gut, dass der Peter sagt: Der hat vielleicht einen anderen Zugang zu den Spielern, als ehemaliger Borusse, der auch ein bisschen was erreicht hat“, erzählt Heinrich. Seine spontane Zusage vom zweiten Advent bereut er nicht: „Mir macht das bislang Riesenspaß.“