Hamburg

Frankreich stürzt Norwegen vom Handball-Thron

Überraschender WM-Sieg durch 23:21 im Finale in Hamburg

Hamburg.  Sie hüpften wie wild über das Parkett und weinten Tränen der Freude: Frankreichs Handballerinnen haben den großen Favoriten Norwegen entthront und überraschend den WM-Titel gewonnen. Der Olympiazweite besiegte den Titelverteidiger im Finale von Hamburg mit 23:21 (11:10) und holte zum zweiten Mal nach 2003 die begehrte Trophäe. Bronze gewannen die Niederlande durch ein 24:21 (14:8) gegen Schweden.

Frankreich beendete mit dem Erfolg in einem hochklassigen und dramatischen Endspiel die norwegische Ausnahmestellung im Frauenhandball. Neben den drei WM-Titeln 1999, 2011 und 2015 hatten die Nordeuropäerinnen sechs der letzten sieben Europameisterschaften gewonnen. Es war ihre erste Final-Niederlage seit der EM 2012. Deutschland war beim Turnier im eigenen Land im Achtelfinale gegen Dänemark (17:21) ausgeschieden.

Ungeachtet des frühen Ausscheidens der deutschen Mannschaft zog der Deutsche Handballbund (DHB) ein positives Fazit des Turniers im eigenen Land. Insgesamt 237.263 Zuschauer besuchten die 84 Spiele in den fünf Standorten. Dies entspricht einem Schnitt von 2825 Besuchern pro Partie. Das vom Verband einkalkulierte bilanzielle Minus der Veranstaltung von 500.000 Euro wurde nicht überschritten.

Keine Wildcard für deutsche Klubs in der Champions League

Die Bundesliga der Männer erhält in der kommenden Saison keine Wildcard für die Champions League. Das hat das Exekutivkomitee der Europäischen Handball-Föderation auf seiner Sitzung am Rande der Frauen-WM in Hamburg beschlossen. Damit sind in der Spielzeit 2018/19 nur noch zwei statt bisher drei deutsche Vereine in der Königsklasse vertreten. Die beiden Startplätze gehen an den Meister und den Vizemeister.

Die EHF und die HBL hatten zuletzt einen öffentlichen Streit wegen der zunehmenden Terminkollisionen ausgetragen. Der Europa-Verband hatte deshalb bereits gedroht, nach der geplanten Champions-League-Reform ab 2020 nur noch einen Startplatz an die Bundesliga zu vergeben. Auf seiner Sitzung vergab die EHF-Exekutive die Final-Four-Endrunde im EHF-Pokal nach Magdeburg. Der Bundesligist SC Magdeburg, der wie Titelverteidiger Frisch Auf Göppingen und die Füchse Berlin in der Gruppenphase steht, richtet das Turnier am 19./20. Mai 2018 aus.