Kommentar

Das IOC sendet das richtige Signal an Russland

Das IOC lässt Russland als Nation bei den Olympischen Spielen wegen Dopings nicht antreten. Das ist richtig so, meint Marcel Stein.


Ministerpräsident Wladimir Putin und der Chef des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, folgen der Abschlussfeier.

Ministerpräsident Wladimir Putin und der Chef des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, folgen der Abschlussfeier.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Eine der wichtigsten Maxime des Internationalen Olympischen Komitees ist es, sich dafür zu engagieren, die Welt durch Sport zu einer besseren zu machen. Großen Wert mochte man diesem Leitspruch in der Vergangenheit kaum mehr beimessen, zu viele Skandale zerstörten Glaubwürdigkeit und Ansehen des Sports. Korruption bei den Funktionären, Doping bei den Athleten. Russland führte beides auf unvorstellbar dreiste Weise zusammen und etablierte ein staatlich gelenktes Dopingsystem, um bei den Winterspielen 2014 in Sotschi als strahlender Sieger zu brillieren.

Dafür erfolgte nun eine Bestrafung, im letzten Moment, denn in zwei Monaten beginnen die Winterspiele in Pyeongchang. Ohne russische Symbole, ohne Flagge, ohne Hymne. Das IOC verzichtete zwar auf einen Komplettausschluss, russische Sportler dürfen unter neutraler Flagge starten, wenn sie den Nachweis erbringen, nicht Teil des Dopingsystems gewesen zu sein. Mit der Suspendierung des russischen olympischen Komitees und einiger hochrangiger Funktionäre setzte IOC-Chef Thomas Bach aber ein klares Zeichen.

Bach, der wegen seiner großen Nähe zu Staatschef Wladimir Putin stets kritisch beäugt wurde, sah durch die Untersuchungen der IOC-Kommissionen die Vorwürfe aber bestätigt und sprach Russland des Staatsdopings schuldig. Weniger war nach den Erkenntnissen nicht möglich. Im Sinne der Fairness wurden daraus die Sanktionen abgeleitet, die die Rechte von unschuldigen Athleten nicht beschneiden und in der ganzen Sportwelt die größte Akzeptanz finden. Eine vor Nationalstolz fast platzende Nation wie Russland wird von der IOC-Entscheidung bis ins Mark getroffen. Daher wird sie dafür sorgen, dass sich ähnliche Entwicklungen kaum mehr wiederholen dürften. Das ist ein Beitrag dazu, zumindest die Sportwelt etwas besser zu machen.

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