Hertha BSC

Das Aus für den Stadion-Standort Brandenburg

Herthas Mitglieder sollen am 20. November die Satzung ändern und beschließen, dass Hertha in Berlin spielt.

So sehen die Pläne aus für eine Fußball-Arena von Hertha in Ludwigsfelde/Brandenburg

So sehen die Pläne aus für eine Fußball-Arena von Hertha in Ludwigsfelde/Brandenburg

Foto: Hertha BSC

Die Mitglieder von Hertha BSC werden sich auf ihrer nächsten Versammlung am Montag, 20. November, erneut mit dem Thema Stadion-Standort befassen. So wurden fristgerecht zum 15. August zwei ­Anträge auf Satzungsänderung ein­gereicht.

Die Antragsteller fordern, in der Satzung festzuschreiben, dass Hertha seine Heimspiele im ­Stadtgebiet von Berlin austrägt. Als Begründung heißt es in einem Antrag: „Hertha BSC kommt aus Berlin und laut Satzung ist auch der Sitz des Vereins die Stadt Berlin. Daher sollte dies auch für die Spielstätte sämtlicher Mannschaften gelten.“

Benötigt wird eine Dreiviertel-Mehrheit

Im zweiten Antrag wird formuliert: „Die Heimspielstätte der Mannschaften von Hertha BSC hat sich nur innerhalb der Berliner Stadtgrenzen zu befinden, um die Identifikation zwischen Verein und Stadt für immer aufrecht zu erhalten.“

Die Hertha-Satzung sieht für solche Fälle eine hohe Hürde vor: So wird bei der Mitgliederversammlung am 20. November für eine Satzungsänderung eine Dreiviertel-Mehrheit benötigt.

Bereits auf der Versammlung im Mai hatte eine klare Mehrheit der Hertha-Mitglieder dieses Ansinnen als „dringende Empfehlung“ ausgesprochen.

Hintegrund: Bekanntlich will Hertha ab 2025 in einem eigenen reinen Fußball-Stadion spielen. Eine Standort-Studie, die der Fußball-Bundesligist in Auftrag gegeben hatte, ergab als Optionen einen möglichen Standort im Olympiapark sowie einen zweiten in Ludwigsfelde/Brandenburg. Seit dem Sommer wird als dritte Variante geprüft, ob (und zu welchen Kosten) ein Umbau des Olympiastadion möglich ist.

Die Option Brandenburg ist vom Tisch

Die Antragsteller wollen nun via Satzungsänderung den Hertha-Verantwortlichen untersagen, die Variante Brandenburg weiter zu verfolgen.

Dabei haben Hertha-Präsident Werner Gegenbauer, Aufsichtsratchef Bernd Schiphorst und Manager Michael Preetz stets denselben Wunsch formuliert wie die besorgten Mitglieder: Ein neues Fußballstadion möge, wenn irgendwie möglich, am Standort Olympiapark entstehen.

Allerdings gelang es den Hertha-Verantwortlichen nicht, die Mitglieder von ihren Beweggründen zu überzeugen: Dass die theoretische Möglichkeit eines Umzuges nach Brandenburg, ein Hebel für die Verhandlungsposition von Hertha ist, etwa gegenüber dem Berliner Senat. Es gelang Hertha auch nicht, seinen Mitgliedern zu vermitteln, dass ein Szenario Brandenburg es dem Senat leichter machen könnte, sich von der einen oder anderen Festlegung zu trennen.

Somit wird am 20. November eine Selbstverständlichkeit Eingang in die Satzung finden – Hertha spielt in Berlin. Nur wird damit der Verein seinem eigentlichen Ziel, einem reinen Fußballstadion, keinen Schritt näher gekommen sein.