Berlin

Spreefüxxe gehen als Lehrlinge in den Pokal

Berlin. Für Anna Blödorn schwingt eine ganze Menge Wehmut mit, wenn sie am Sonnabend im DHB-Pokal mit den Spreefüxxen auf die Frauen von Borussia Dortmund trifft (16 Uhr, Lilli-Henoch-Sporthalle). Die Partie gegen den Erstligisten erinnert die Rückraumspielerin schmerzhaft daran, dass sie bis vor anderthalb Jahren noch jedes Wochenende in der Bundesliga auflief, ehe sich die Füchse-Frauen nach der Saison 2015/16 aus finanziellen Gründen in die Dritte Liga zurückziehen mussten. „Das war eine tolle Zeit, wir hatten so viel Spaß“, sagt Anna Blödorn. Mittlerweile spielt der Klub immerhin wieder zweitklassig. In der Zweitrundenbegegnung sind die Berlinerinnen gegen den Gast aus dem Oberhaus aber klarer Außenseiter.

Im Kader des BVB stehen gleich sechs Nationalspielerinnen, die mit dem deutschen Team im Dezember bei der Heim-WM eine Medaille gewinnen wollen. Dagegen war für viele der meist noch sehr jungen Spielerinnen der Spreefüxxe schon der Aufstieg in die Zweite Liga der größte Erfolg ihrer Karriere. Mit Anna Eber, Bianca Trumpf und Sabrina Neuendorf verfügen neben Anna Blödorn nur drei weitere Spielerinnen aus dem aktuellen Aufgebot über Erstligaerfahrung. Die 29-Jährige misst einen Erfolg gegen Dortmund daher auch nicht primär am Ergebnis. „Uns ist allen bewusst, dass die Chancen auf einen Sieg eher gering sind. Deshalb ist es vor allem wichtig, dass wir aus diesem Duell etwas Positives mitnehmen können, was uns dann auch in der Liga weiterhilft“, sagt Blödorn. Sie meint: „Wir können aus solchen Spielen viel lernen.“

In der Liga stehen Berlins Handballerinnen momentan nur auf Rang 13, von den ersten vier Saisonspielen wurde nur eines gewonnen. Ein Grund: Die Vorbereitung lief nicht optimal; wegen diverser Ausfälle durch Krankheit oder Verletzung konnte die Mannschaft nur selten in Vollbesetzung trainieren. Ein weiterer: Gerade die jüngeren Spielerinnen haben oft noch zu viel Respekt vor der höheren Spielklasse. „Sie müssen noch mehr Verantwortung übernehmen“, sagt Anna Blödorn. Mit 22 Treffern ist sie derzeit die beste Torschützin bei den Füchse-Frauen.

Die Partie gegen Dortmund ist für Anna Blödorn aber noch aus einem anderen Grund ein ganz besonderes Spiel: Denn mit Saskia Weisheitel läuft eine gute Freundin und ehemalige Spreefüxxin jetzt für den BVB auf. Nach dem Spiel bleibt sie bis Sonntag in Berlin. „Wir sehen uns ja sonst kaum, weil wir beide jedes Wochenende ein Spiel haben.“