Liga-Start für die Spreefüxxe

In der Zweiten Liga ist kein Platz für Schüchternheit

Fabienne Kunde (18) steht für das neue Konzept der Spreefüxxe: Mangels Geld setzen die Berliner verstärkt auf den Nachwuchs.

Foto: Füchse / BM

Berlin.  Fabienne Kunde ahnt schon, dass die Nacht vor dem ersten Zweitligaspiel der Spreefüxxe wohl keine sonderlich geruhsame werden wird. „Ich werde bestimmt nicht gut schlafen“, sagt die Rückraumspielerin. Vor der Auswärtspartie am Sonntag gegen die HSG Hannover-Badenstedt ist nicht nur bei ihr die Aufregung groß: Noch nie hat Kunde auf diesem Niveau Handball gespielt, so wie die meisten im Team der Füchse-Frauen. Für sie ist die Zweite Liga ihre bislang größte Herausforderung. Auf das vor kurzem bestandene Abitur folgt nun auch die sportliche Reifeprüfung.

2016 hatten sich die Spreefüxxe aus der Bundesliga zurückgezogen, weil ihnen das Geld für eine weitere Saison im Oberhaus fehlte. Dass der Klub danach die Dritte Liga dominierte und sich souverän den Meistertitel sicherte, ohne dabei einen einzigen Punkt abzugeben, galt zum Großteil als Verdienst der Routiniers, die dem Verein auch nach dem Abstieg die Treue gehalten hatten: Anna Blödorn, Anna Eber, Bianca Trumpf, Sabrina Neuendorf und Alexandra Sviridenko, die Berlin mittlerweile aber in Richtung Göppingen verlassen hat. Doch der Erfolg wäre so nicht möglich gewesen, wenn sich nicht auch die jungen Talente wie Kunde oder U18-Nationalspielerin Samira Krakat weiterentwickelt hätten. Mangels Geld setzen die Spreefüxxe verstärkt auf den Nachwuchs.

Das neue Jugendkonzept sieht vor, dass die Teams früher gegen ältere Konkurrenz antreten. „Das bedeutet für uns zwar vermutlich weniger Titel im Jugendbereich, aber dafür eine schnellere Entwicklung der Spielerinnen“, erklärt Managerin Britta Lorenz. Auch Fabienne Kunde ist in dieser Saison eigentlich noch in der A-Jugend spielberechtigt; am Samstag trat sie mit ihrer Mannschaft in der Jugend-Bundesliga beim TV Aldekerk an. Parallel will sie sich allerdings auch im Frauenteam etablieren. „Sie hat zuletzt noch einmal einen Sprung gemacht“, lobt Britta Lorenz – sie sei jetzt stabiler in der Abwehr und noch gefährlicher im Angriff. Ihre Nervosität hat die 18-jährige Rückraumspielerin allerdings noch nicht ganz ablegen können. Lorenz fordert deshalb: „Sie darf auf dem Feld nicht so schüchtern sein.“

Bislang hat sie mit ihrer Mannschaft noch kein Pflichtspiel verloren: Nach der perfekten Saison in der Dritten Liga entschieden die Spreefüxxe am vergangenen Wochenende auch die Erstrundenbegegnung im DHB-Pokal gegen Altlandsberg für sich. Als Saisonziel haben die Berlinerinnen zunächst den Klassenerhalt ausgerufen. „In dieser Liga kann jeder jeden schlagen, da müssen wir um jeden Punkt kämpfen“, sagt sie. Das erste Heimspiel der Spreefüxxe ist am nächsten Samstag gegen die SG Herrenberg. „Ich bin schon sehr gespannt“, sagt Fabienne Kunde. Man darf davon ausgehen, dass sie auch dann wieder kein Auge zudrücken wird.

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