Fussball

Auf Sport-Fans wartet eine Zeit voller Änderungen

Smart-TV bietet mehr Sport. Das braucht mehr Abos. Um die Rechte wird auch mit jurisitschen Mitteln gekämpft

Smart TV als Tor zur Fußballunterhaltung der Zukunft

Smart TV als Tor zur Fußballunterhaltung der Zukunft

Foto: Samsung

Berlin.  Ronaldo und Messi in der Champions League, Lewandowski und Kalou in der Bundesliga, US-Sport, das deutsche Hockeynationalteam, Darts oder Sportfischen – alles, was Sportfans sehen wollen, liegt in der neuen digitalen Welt nur drei Klicks entfernt. Und der Fan entscheidet, wie er schaut: live, zeitversetzt oder nur die Höhepunkte.

Die Digitalisierung sorgt dafür, dass der Sportmarkt für Bewegtbilder sich gerade komplett verändert. Es gibt mehr Sport, er wird bunter und viel­fältiger. Und teurer. Und umkämpfter. Das zeigt eine Entscheidung des Landgerichts Köln: Der US-Medienkonzern Discovery, dem Eurosport gehört, erwirkte dort eine einstweilige Verfügung gegen den Pay-TV-Sender Sky. Dieser warb damit, dass alle Spiele der kommenden Bundesliga-Saison auf Sky zu sehen seien. Dabei hatte sich Eurosport die Exklusivrechte für 45 Bundesliga-Partien gesichert. Sky strahlt Eurosport2 aber nicht mehr aus.

Sky verliert die Vorherrschaft

Wer beim jetzigen Stand alle Bundesliga-Spiele sehen will, muss sowohl ein Sky-Abo bezahlen (derzeit 19,99 Euro/Monat) sowie im Internet für die Livestreaming-Plattform „Eurosport-Player“ (29,99 Euro jährlich/Tagespass 9,99). Vorbei sind die Zeiten, als Sky alleiniger Rechte-Inhaber war für Bundesliga, Champions- und Europa-League.

Laut „Spiegel online“ teilt sich Sky von 2018 bis 2022 die Champions League mit der Streaming-Plattform DAZN (sprich: da-sohn). Demnach hat Sky in der Königsklasse künftig nur noch 34 Spiele exklusiv, DAZN aber 104. Ein komplizierter Schlüssel legt fest, welcher der Sender pro Spieltag jeweils das ­erste Zugriffsrecht hat.

DAZN mischt den Markt auf

Bei einer Veranstaltung von Samsung in Berlin äußerte sich Benjamin Reininger, Marketing Director bei DAZN, zurückhaltend: „Wir sind Sublizenz-Nehmer. Wir haben mit Sky verabredet, dass wir zu gegebener Zeit öffentlich machen, wie die Rechte genau aufgeteilt sind.“ Roman Steuer, Executive Vice President bei Sky Deutschland, sagte auf derselben Veranstaltung: „Ja, das Stück vom Kuchen, das wir bekommen, ist kleiner geworden. Das liegt daran, dass der Markt sich sehr verändert.“

Für den Kunden, der Bundesliga und Champions League live sehen will, heißt das, dass er ab 2018 ein Sky-Abo bezahlt, einen Eurosport-Player sowie ein DAZN-Abo (9,99 Euro/Monat).

Der Kunde bevorzugt den größten Bildschirm

Der Trend geht zum Smart-TV. Das heißt, die genannten Anbieter, aber auch andere wie ProSiebenSat.1, versuchen jeweils „ihre“ App (ein Internet-Programm) an den Kunden zu bringen. Der Kunde entscheidet dann, ob er nun Sport auf dem heimischen TV-Bildschirm verfolgt – mittlerweile sind rund 50 Prozent der Fernseher in deutschen Wohnzimmer internetfähig – oder auf einem Tablet oder dem Smartphone. Umfragen zeigen, dass der Kunde jeweils auf dem größten, verfügbaren Bildschirm Sport guckt – aber auch unterwegs am Ball bleiben will.

Sky bringt „In-Match-Clips“

Im Moment wird experimentiert. Sky-Mann Steuer berichtete von neuen Formen, die es ab Mitte August in der neuen Saison geben wird. „Ein Sky-Kunde, angenommen aus Berlin, kann bei einem Hertha-Spiel, das er nicht sehen kann, In-Match-Clips bestellen. Schießt Hertha ein Tor, erhält der Kunde eine SMS aufs Handy. Und bekommt innerhalb zwei Minuten einen bis zu 20 ­Sekunden langen Clip mit dem Treffer.“

Oliver Kahn wirbt für Torwart-Plattform

Für Zeiten, in denen kein Livesport stattfindet, brauchen die App-Anbieter weitere Inhalte. Das ist die Chance für Nischen. So wird der ehemalige Bayern-Star Oliver Kahn mit seiner Firma Goalplay auf der Samsung-App eine Plattform für Torwarte anbieten: sowohl Torwart-Produkte wie Handschuhe, Trikots und Hosen. Aber auch Trainingsformen.

„Weil in Deutschland vor allem in der Jugend 90 Prozent der Torwarte keinen Torwarttrainer haben“, sagte Kahn.