Hamburg

HSV und Wolfsburg rüsten sich für die Nervenschlacht

Auch Augsburg muss noch um sicheren Klassenerhalt zittern

HSV-Trainer Markus Gisdol hat noch gut lachen

HSV-Trainer Markus Gisdol hat noch gut lachen

Foto: Ingo Wagner / dpa

Hamburg.  Auf 500 Euro beläuft sich der Ticketpreis auf dem Schwarzmarkt für den heutigen "Anti-Relegationsgipfel" zwischen dem Hamburger SV und dem VfL Wolfsburg (15.30 Uhr, Sky). Das Volksparkstadion ist seit Wochen ausverkauft, selbst Uwe Seeler (80) wird erstmals nach einer Herz-Operation wieder dabei sein. "Ja, ich will mir das antun", sagte die HSV-Ikone, "ich hoffe auf ein Wunder, aber ich kann ja nur die Daumen drücken."

Die Statistik macht den Hanseaten wenig Mut. Der VfL ist seit neun Auswärtsspielen an der Elbe ungeschlagen. Der letzte Heimsieg gegen Wolfsburg gelang im April 2007. Alles Vergangenheit. "Wir haben gezeigt, wie stark wir zu Hause sein können", sagt HSV-Coach Markus Gisdol. 25 seiner 35 Zähler holte die Hamburger im Volkspark.

Berliner Schiedsrichter muss cool bleiben

Die Ausgangssituation ist klar: Der HSV muss gewinnen, um die Relegation noch abzuwenden, dem VfL genügt ein Punkt. "Wir haben uns die Chance aus einer ausweglosen Situation erarbeitet", sagt Gisdol. Wer mochte, konnte bei der 30-Stunden-Intensivvorbereitung in Rotenburg dennoch das Gespräch mit dem Coach oder Psychologen suchen.

Die Fans wollen dem Bundesliga-Dino vor dem Stadion Spalier stehen und die Arena später in einen Hexenkessel verwandeln. In jenem muss einer ganz cool bleiben: Schiedsrichter Manuel Gräfe. Der Berliner hatte vor zwei Jahren im zweiten Relegationsspiel des HSV in Karlsruhe in der Nachspielzeit einen umstrittenen Freistoß für die Hamburger gegeben, den Marcelo Diaz zum 1:1 nutzte. Endstand in der Verlängerung: 2:1 für den HSV, Klassenerhalt.

Und Wolfsburg? Setzt auf Ruhe, Mut und 16-Tore-Stürmer Mario Gomez, doch auch Mittelfeldspieler Maximilian Arnold ahnt: "Das wird eine Nervenschlacht." VfL-Coach Andries Jonker hat im Gegensatz zu Gisdol kaum etwas an den Abläufen geändert.

Dass HSV und VfL gemeinsam feiern dürfen, ist nicht ausgeschlossen. Gewinnt der HSV und Augsburg verspielt bei einer Niederlage in Hoffenheim sein um einen Treffer besseres Torverhältnis auf Wolfsburg, muss der FCA in die Relegation. Sonderfall: Verlieren Wolfsburg 2:3 und Augsburg 0:2, wären beide Teams punkt- und torgleich. Der Direktvergleich spräche für Wolfsburg (2:0, 1:2).

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