Tischtennis

TTC Eastside bleibt die beste Mannschaft Europas

TTC Eastside gewinnt nach Pokal und Meisterschaft auch erneut die Champions League. Xiaona Shan spielt die entscheidende Rolle.

Marzahner Erfolgsteam: Petrissa Solja, Xiaona Shan, Georgina Pota und Trainerin Irina Palina (v.l.)

Marzahner Erfolgsteam: Petrissa Solja, Xiaona Shan, Georgina Pota und Trainerin Irina Palina (v.l.)

Foto: Michael Hundt / Matthias Koch / imago/Matthias Koch

Berlin.  Die Heldin des Abends hatte eine unruhige Woche hinter sich. „Ich habe immer wieder die Videos vom Hinspiel angeschaut und überlegt, was ich anders machen muss“, sagte Xiaona Shan, die Tischtennisspielerin vom TTC Eastside. Vorigen Sonntag hatte sie im Finalhinspiel der Champions League beim polnischen Meister KTS Tarnobrzeg gegen Qian Li verloren, sang- und klanglos, mit 0:3.

Das Videostudium hat sich gelohnt. Am Freitag im Rückspiel drehte die 34-Jährige den Spieß um, gewann diesmal glatt in drei Sätzen gegen Frau Li und legte so die Basis für den 3:1-Erfolg der Berlinerinnen. Champions League gewonnen, zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren.

Leistungsträgerinnen bleiben dem Klub treu

Danach floss im Freizeitforum Marzahn vor rund 500 Zuschauern, die ein ebenso dramatisches wie hochklassiges Finale erlebt hatten, der Champagner. Eastside bleibt die beste Frauen-Mannschaft des Kontinents. Und ein Ende der Dominanz ist nicht in Sicht.

Neben Shan stehen auch Spitzenspielerin Petrissa Solja und Georgina Pota noch unter Vertrag. Zwar wird die Junioren-Europameisterin Chantal Mantz den Verein nach nur einem Jahr verlassen. Aber Eastside hat mit Kathrin Mühlbach (25) schnell Ersatz gefunden. Mantz kam in Berlin nie richtig an und wechselt angeblich nach Frankreich.

Ein anderes Problem, das sich während der Saison ergeben hatte, warf den TTC auch nicht zurück. Zum Team gehören mit Yui Hamamoto und Miyu Kato zwei Japanerinnen. Hamamoto, Nummer 30 der Weltrangliste, hatte gute Leistungen gezeigt, vom Verband in der zweiten Hälfte der Spielzeit aber nur noch einmal die Freigabe erhalten, nach Berlin zu kommen. „Unsere Japanerinnen mussten zu Hause bleiben und trainieren, das war nicht einfach für uns“, sagt Shan.

Im Einzel gegen Ying Han war der Druck am größten

Gemeistert hat das Team dies und alles andere trotzdem. Den deutschen Pokal zum vierten Mal in Folge gewonnen, die Deutsche Meisterschaft ebenso. Jetzt noch den Titel des Champions-League-Siegers erfolgreich verteidigt. Und immer spielte Xiaona Shan eine herausragende Rolle. In der Bundesligasaison verlor sie nur ein einziges Spiel (ausgerechnet gegen ihre beste Freundin Kristin Silbereisen vom Meisterschaftszweiten DJK Kolbermoor).

Im europäischen Finale gegen Tarnobrzeg war auch das i-Tüpfelchen noch für sie vorgesehen. Nach ihrem 3:0 gegen Li unterlag Solja der deutsch-chinesischen Weltranglisten-Neunten Ying Han mit 0:3. Die Ungarin Pota schlug Ex-Europameisterin Viktoria Pavlovitch (Weißrussland) ebenfalls glatt.

Danach musste Shan gegen Han erneut an die Platte. „Ich habe noch nie gegen sie verloren“, sagt Shan. Doch im ersten Satz unterlag sie, im zweiten lag sie 3:7 zurück. „Ich war etwas nervös, der Druck war sehr groß. Ich wusste: Ich darf nicht verlieren, sonst ist der Titel weg“, schildert sie ihre Gefühlslage. Am Ende machte die 34-Jährige jedoch alles richtig, gewann den zweiten, dritten und fünften Satz. Ihre Kolleginnen stürmten auf sie zu und erdrückten sie fast vor Freude. „Jetzt bin ich total happy“, sagt Xiaona Shan. Und mit ihr der TTC Eastside.