Berliner Fußball

Zwei große Unioner duellieren sich im kleinen Pokal

Einst führten Torsten Mattuschka und Karim Benyamina den 1. FC Union bis in Liga zwei. Sonnabend treffen sie sich wieder - als Gegner.

Union-Legende Torsten Mattuschka

Union-Legende Torsten Mattuschka

Foto: Soeren Stache / picture alliance / Soeren Stache

Berlin.  Zwei Namen, eine Erinnerung: Torsten Mattuschka und Karim Benyamina stehen bis heute für den Aufstieg des 1. FC Union. Beide kamen 2005 zu den Köpenickern und führten den Klub aus der Oberliga binnen vier Jahren bis in Liga zwei. Ein eisernes Fußballmärchen, das ohne den genialen Spielmacher Mattuschka und den Rekordtorjäger Benyamina (87 Tore in 213 Pflichtspielen) nicht möglich gewesen wäre. „Geile Jahre“, erinnert sich Mattuschka, „es ging immer nur bergauf.“

Heute (13.35 Uhr, Stadion Altglienicke und live im RBB) kommt es zum Wiedersehen des Erfolgsduos, diesmal allerdings als Gegner. Im Halbfinale des Berliner Pokals empfängt Mattuschka (36) mit dem Oberligisten VSG Altglienicke den Regionalligisten Viktoria 89 um Benyamina (35).

Noch immer gut befreundet

Bei der VSG hoffen sie auf 700 Zuschauer, die TV-Übertragung tut ihr Übriges, zudem winkt eine noch größere Bühne. Wer den Berliner Pokal gewinnt, darf schließlich im DFB-Pokal starten und von einem Duell mit namhaften Gegnern träumen.

Als klassenhöheres Team gebührt die Favoritenrolle Viktoria. „Wir sind Außenseiter“, sagt Mattuschka, der seinen Kollegen mit Tipps versorgt, wie Benyamina zu stoppen ist. Der nämlich trifft seit seinem Wechsel zu den Himmelblauen 2016 zuverlässig wie eh und je. Seine Bilanz: 21 Spiele, sieben Tore, fünf Vorlagen.

„Er ist ein guter Kumpel“, sagt Mattuschka, „aber vor allem ein echter Knipser. Karim hat immer noch einen Adoniskörper und ist wahnsinnig schnell. Man muss ihn beim ersten Ballkontakt stellen, sonst wird’s schwierig.“

Gemeinsames Abschiedsspiel im Sommer

Dass Altglienicke ein Coup zuzutrauen ist, hat sich im Pokal-Viertelfinale gezeigt. Dort schaltete der Aufstiegsanwärter den Berliner AK aus (3:1). „Das war auch ein ambitionierter Regionalligist“, sagt Mattuschka, „aber das Spiel hat gezeigt, dass alles möglich ist.“ Pikant zudem: Im Vorjahr schmissen die Altglienicker Viktoria aus dem Cup. Damals noch ohne ihren heutigen Kapitän.

Im Sommer werden Mattuschka und Benyamina ein gemeinsames Abschiedsspiel in der Alten Försterei bekommen. Die Planungen laufen, noch gibt es keinen Termin. Fest steht nur: Allzu häufig wird man die beiden Berliner Fußball-Legenden nicht mehr zusammen auf dem Platz zu sehen bekommen.