Juniorsportler des Monats

Florian Paschke und die große Liebe zum dreifachen Lutz

Der Eiskunstläufer kämpft sich Schritt für Schritt an die Spitze. Sprünge sind seine Spezialität, allerdings muss der 15-Jährige athletisch noch zulegen.

Florian Paschke ist Berlins Juniorsportler des Monats März

Florian Paschke ist Berlins Juniorsportler des Monats März

Foto: Tilo Wiedensohler / camera4

Berlin.  Die anderen Bewerber hatten schon viel häufiger auf Kufen gestanden. In dieser Hinsicht konnte Florian Paschke nicht mithalten, als er vor zehn Jahren zur Sichtung der Eiskunstläufer ging. Trotzdem wählten die Trainer ihn aus, weil seine Strecksprünge in Schlittschuhen so hoch waren wie bei keinem anderen. Springen konnte der 15-Jährige auf dem Eis schon immer, dagegen war er läuferisch anfangs nur Mittelmaß, wie er selbst einräumt. Die Technik des Übersetzens lernte er erst in der zweiten Klasse. Heute beherrscht Florian das ganze Paket, seine Trainerin Manuela Machon nennt ihn "einen der talentiertesten Eiskunstläufer, die wir in Berlin derzeit haben." Doch die Leidenschaft fürs Springen ist geblieben. "Das macht mir einfach am meisten Freude", sagt er. Mittlerweile steht er selbst Dreifachsprünge sicher. Sein Lieblingssprung ist der dreifache Lutz.

Bei den deutschen Nachwuchsmeisterschaften in Mannheim gelang ihm so der Sprung auf den obersten Podestplatz. Nach dem Kurzprogramm im Wettbewerb der "Jungen B" hatte der Schüler des Schul- und Leistungssportzentrums Berlin noch auf Rang drei gelegen, doch dank der besten Kür aller Teilnehmer wurde es am Ende sogar die Goldmedaille. Es spricht für seinen Ehrgeiz, dass Florian danach trotzdem nicht ganz zufrieden war. 99,50 Punkte sammelte er, 100 hätte er gebraucht, um sich seinen Platz im D/C-Kader der Deutschen Eislauf-Union auch für das kommende Jahr zu sichern – es fehlte also die Winzigkeit von 0,5 Punkten. Ihm bleiben jedoch in dieser Saison noch ein paar Wettkämpfe, um den Richtwert doch noch zu schaffen.

Der Schüler trainiert jeden Tag drei bis vier Stunden

Das sportliche Talent hat der junge Sportler vom Berliner SV 1892 von seinen Eltern geerbt. Beide waren Turner; Vater Frank war 1986 sogar Dritter der DDR-Meisterschaften am Barren und startete im Nationalteam. Schwester Josephine war als Freiwasserschwimmerin ebenfalls international aktiv.

Im vergangenen Jahr wurde Florian Paschke Berliner Jugendmeister und Zweiter beim Deutschland-Pokal. "Er ist ein Topspringer, aber er muss athletisch noch zulegen, um die Sprunghöhe besser abfangen zu können", sagt Trainerin Manuela Machon. Dafür trainiert Florian drei bis vier Stunden täglich: auf dem Eis, in der Leichtathletikhalle und im Ballettraum. 2018 wird er in die Juniorenklasse aufrücken, dann stehen auch größere internationale Aufgaben an. "Mein Ziel ist es, bei einem Grand Prix für Deutschland zu laufen", sagt er. An Olympia 2022 denkt er noch nicht, getreu seinem Motto: Schritt für Schritt. "Man sollte sich nicht zu viel auf einmal vornehmen."

Jeden zweiten Dienstag im Monat stellen wir Berlins Nachwuchssportler des Monats vor. Alles zur Wahl und Stimmabgabe unter www.morgenpost.de/nachwuchssportler

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.